600.000 Arbeiten aus der Sozialforschung wurden untersucht. Ab 1990 verschoben sie sich noch weiter nach links, insbesondere in der Gesellschaftsforschung.

31. Mai 2026 / 21:26 Uhr

Studie: Dramatisch hoher Linksdrall in Sozialwissenschaften

Eine neue US-Studie zeigt anhand von 600.000 englischsprachigen Zusammenfassungen aus den Jahren 1960 bis 2024 die linke Schlagseite der sozialwissenschaftlichen Forschungsarbeiten.

Studie wertet sechs Jahrzehnte Forschung aus

Der Autor James Manzi analysierte Zusammenfassungen aus 367 wissenschaftlichen Fachzeitschriften und elf sozialwissenschaftlichen Disziplinen und ließ diese mithilfe großer Sprachmodelle (LLMs) auf einer einheitlichen politischen Skala einordnen. Dadurch sollte eine vergleichbare Bewertung über mehrere Jahrzehnte hinweg ermöglicht werden.


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Rund 180.000 dieser Veröffentlichungen wurden als politisch oder gesellschaftlich relevant eingestuft. Die Einordnung erfolgte auf einer politischen Skala von 0 bis 10, wobei 5 die politische Mitte markierte.

90 Prozent links

Nach Angaben Manzis zeigten etwa 90 Prozent aller politisch relevanten Veröffentlichungen im Untersuchungszeitraum seit 1960 eine linksgerichtete Tendenz. Selbst die vergleichsweise moderaten Wirtschaftswissenschaften erreichten im Durchschnitt einen Wert von 5,7 und lagen damit links der Mitte. Für die Soziologie ermittelte die Studie einen Durchschnittswert von 6,9, für die Gender Studies sogar 7,6.

Zudem habe jede untersuchte sozialwissenschaftliche Disziplin in jedem einzelnen Jahr seit 1960 durchschnittlich links der politischen Mitte gelegen.

Weitere Verschiebung seit den 1990er Jahren

Noch einmal einen Linksdrall gab es ab 1990. Während einige stärker politiknahe Disziplinen zwischen den 1970er- und 1990er-Jahren zeitweise eine gewisse ideologische Mäßigung gezeigt hätten, sei dieser Effekt später wieder verschwunden.

Je weiter links ein Fachbereich im Durchschnitt lag, desto geringer war dort die weltanschauliche Vielfalt ausgeprägt.

Gesellschaftspolitische Themen besonders links geprägt

Ein weiterer Befund betrifft die inhaltlichen Schwerpunkte der Forschung. Laut Studie seien sozial- und kulturpolitische Themen deutlich konsistenter links orientiert gewesen als wirtschaftspolitische Fragestellungen.

Dieser Unterschied habe sich im Laufe der Jahrzehnte sogar noch vergrößert, wobe Manzi betont, dass verschiedene Kontrollrechnungen und alternative Datensätze ergeben hätten, dass die Ergebnisse nicht lediglich auf methodischen Besonderheiten oder einzelnen Annahmen beruhten.

Debatte über politische Ausgewogenheit

Die Studie, die in der Fachzeitschrift Theory and Society veröffentlicht wurde, liefert also einen empirischen Nachweis für eine ideologische Schlagseite großer Teile der Sozialwissenschaften, die für sich in Anspruch nimmt, die reine Wahrheit zu zeigen.

Sie offenbart außerdem sowohl die Beständigkeit als auch die Verstärkung der Tendenz nach links, insbesondere in sozial- und kulturpolitischen Themenfeldern.


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