Dass der linke Kongressabgeordneten Roberto Sánchez der nächste peruanische Präsident werden könnte, sorgt an der Börse für Unsicherheit.

16. April 2026 / 16:18 Uhr

Wirtschaft in Panik: Linker Kandidat zieht in Stichwahl ein

Die Finanzmärkte in Peru haben am gestrigen Mittwoch deutlich auf den überraschenden Aufstieg des linken Kongressabgeordneten Roberto Sánchez im Präsidentschaftsrennen reagiert. Der Sol fiel laut Reuters um 1,46 Prozent auf den schwächsten Stand seit Ende September 2025, während der Leitindex der Börse in Lima um fast fünf Prozent nachgab. Auslöser der Nervosität ist die Aussicht, dass Sánchez als Vertreter von Juntos por el Perú in die Stichwahl einzieht und damit die Sorge vor einem wirtschaftspolitischen Kurswechsel neu entfacht wird.

Links gegen Rechts in Stichwahl

Nach dem vorläufigen Auszählungsstand lag Sánchez bei rund zwölf Prozent und damit auf Platz zwei hinter Keiko Fujimori, die mit etwa 17 Prozent führte; rund 92 Prozent der Stimmen waren laut Reuters zu diesem Zeitpunkt bereits ausgezählt. Die Stichwahl ist für den 7. Juni vorgesehen, nachdem im ersten Wahlgang niemand die absolute Mehrheit erreicht hat. Die endgültige Reihenfolge war wegen des langsamen Auszählungsprozesses und logistischer Probleme zunächst noch nicht vollständig bestätigt.

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Mehr Staat statt Privat

Sánchez wirbt mit einem klar anti-establishment geprägten Programm. Im Zentrum steht die Forderung nach einer neuen Verfassung über eine verfassungsgebende Versammlung, die die derzeitige Verfassung aus den 1990er-Jahren ersetzen soll. Er fordert zudem mehr staatliche Kontrolle über natürliche Ressourcen, eine Überprüfung von Bergbau- und Gasverträgen, eine Besteuerung von Übergewinnen und eine Vermögenssteuer. Laut Scotiabank würde eine Umsetzung dieser Linie einen grundlegenden Bruch mit dem bisherigen wirtschaftspolitischen Modell Perus bedeuten.

Sánchez argumentiert, das bestehende Wirtschaftsmodell habe weite Teile der Bevölkerung ausgeschlossen, vor allem ländliche, indigene und andine Regionen. Er verweist darauf, dass Peru trotz jahrzehntelanger Rohstoffförderung viele Bergbaustädte in Armut belassen habe. Die politische Botschaft zielt damit auf soziale Ungleichheit und regionale Benachteiligung, die in Peru seit Jahren ein zentrales Mobilisierungsthema sind.

Unterstützung von inhaftiertem Ex-Präsidenten

Die größte Sorge der Investoren hängt auch mit Sánchez’ Nähe zu Ex-Präsident Pedro Castillo zusammen. Reuters zufolge wird Castillo, der nach seinem gescheiterten Versuch, den Kongress 2022 aufzulösen, wegen Rebellion und Verschwörung inhaftiert ist, von Sánchez offen als politischer Bezugspunkt behandelt. Sánchez sprach im Interview mehrfach von Castillo als „Präsidenten“ und zeigte sogar den Strohhut, der mit dessen ländlicher Basis verbunden ist. Zudem erhielt Sánchez auch aus dem Gefängnis eine Unterstützungserklärung Castillos.

Gleichzeitig sagte Sánchez, er würde die Macht im Fall eines Wahlsiegs nicht an Castillo zurückgeben. Er kündigte aber an, sich für dessen Freilassung und für Gerechtigkeit für die bei den Protesten nach Castillos Absetzung Getöteten einzusetzen. Damit bleibt Sánchez in der Wahrnehmung vieler Marktteilnehmer der politische Erbe des früheren Präsidenten.

Wirtschaftsstandort Peru in Gefahr

Laut dem Analysten César Huiman von Renta4 SAB mussten Anleger ihre Positionen „neu kalibrieren“, weil Sánchez als „weniger wirtschaftsfreundlich“ gilt. Scotiabank verweist zugleich darauf, dass Sánchez im Vorfeld der Wahl noch im niedrigen einstelligen Bereich lag und erst spät einen starken Schub erhielt, vor allem aus den Andenregionen. Das deutet auf eine tiefe politische Spaltung zwischen Lima und dem Rest des Landes hin.

Senat bleibt konservativ

Verisk Maplecroft-Analystin Eileen Gavin sagte, das einzige wirklich sichere Ergebnis sei, dass Keiko Fujimori in der Stichwahl stehe und Parlament sowie Senat stark konservativ geprägt sein dürften. Das spreche dafür, dass die wirtschaftspolitische Grundausrichtung trotz Wahlchaos am Ende relativ stabil bleiben könnte. Genau das dürfte auch erklären, warum die Märkte zwar kurzfristig nervös reagierten, aber nicht von einem sofortigen Regimewechsel ausgehen.

Sánchez ist nicht der einzige Kandidat aus dem linken oder Anti-Establishment-Spektrum, aber er ist derjenige, der am deutlichsten mit Castillos politischem Erbe verbunden ist.

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