Der geschäftsführende Chefredakteur der Kronen Zeitung, Klaus Herrmann, macht sich heute, Dienstag, große Sorgen um die roten Abstürze bei den Wahlen. Wenn das nämlich so weitergehe, dann würden Deutsche wie Österreicher noch etwas erleben, behauptet er. Die Worte klingen bedrohlich.Â
Rote Wahlschlappen rundherum
In seinem Kommentar trauert er fast schon den Zeiten von Bruno Kreisky und Willy Brandt nach, als SPÖ und SPD noch zu den stärksten Kräften in Österreich und Deutschland zählten. Doch jetzt? Rote Abstürze rundherum: Vor zwei Wochen halbierte die SPD im deutschen Bundesland Baden-Württemberg ihre ohnehin schon unrühmlichen zehn Prozent nochmals, am Sonntag ging ihnen das Bundesland Rheinland-Pfalz mit einem Minus von fast zehn Prozentpunkte verloren, genauso wie München, wo jetzt ein grüner Bürgermeister regiert.Â
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Weitere Informationen“…dann werden Deutsche und Österreicher noch etwas erleben”
Und die SPÖ in Österreich? Sie ist mittlerweile auf der politischen Ebene im Niemandsland verschwunden, kämpft mit den Kleinparteien wie Grüne und Neos um das Überleben. „Ja, und geht es so weiter, dann werden Deutsche wie Österreicher noch etwas erleben“, schrieb Herrmann in seinem Schluss-Satz, der beinahe bedrohlich klingt. Will er den Lesern Angst machen, weil AfD und FPÖ Höhenflüge feiern und bald Regierungsverantwortung übernehmen könnten? Was die Deutschen und Österreicher in diesem Fall erleben würden, sagte der „Krone“-Chef nicht.
Dauerkarte als “Kasperl der Woche”
Jetzt zu jammern, dass es den Roten so schlecht geht, kommt einem komisch vor, wenn man die Berichterstattung selbst im Kleinformat beobachtet. Da können die Redakteure gar nicht anders, als SPÖ-Chef Andreas Babler zum Dauergast ihrer Rubrik „Kasperl der Woche“ zu machen. Zu oft fällt er mit Lächerlichkeiten auf, weshalb ihm diese “Ehre” selten von einem anderen Regierungsmitglied streitig gemacht wird.Â
Und dass sich SPÖ wie SPD derart in die Abwärts-Spirale begeben haben, dafür tragen sie selbst die Schuld. Ihre Brandmauer gegenüber der FPÖ und AfD zerreibt nicht nur die Mitte, sondern zementiert die bei Wählern ebenso schwächelnde ÖVP und CDU förmlich als allzeitliche Regierungsparteien ein.
