Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat einen mehr als nur peinlichen Auftritt vor der Landespressekonferenz hinter sich gebracht. Tagesspiegel, Spiegel und weitere Medien griffen das Thema auf. Es war eine Konferenz zum Fremdschämen.
Ein Tennismatch und Pseudotelefonate
Man gewinnt fast den Eindruck, Kai Wegner will die Wahl am 20. September 2026 in Berlin verlieren. Derzeit liegt seine Partei in Umfragen zwar vorne, während AfD, SPD und Linke um den zweiten Platz kämpfen. Seine Märchen bezüglich seiner Tätigkeit am 03. Januar während des Blackouts in Berlin (Unzensuriert berichtete unter anderem hier und hier) könnten ihn nun aber doch die Wiederwahl kosten.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere InformationenEin verschwiegenes Tennismatch mit seiner Lebensgefährtin und Senatskollegin Daniela Günther-Wünsch (CDU) während eines Blackouts kommt eben bei vielen Wählern nicht gut an. Und dann auch noch die angeblichen Krisenmanagement-Telefonate, die laut Tagesspiegel niemals stattgefunden haben. Wegner will davon natürlich am liebsten nichts mehr wissen. “Hierzu ist alles gesagt”, lautete seine Standard-Antwort zu dem Thema.
Wegner feuert Worthülsen ab
Aber werfen wir einen genaueren Blick auf die Landespressekonferenz. In den letzten zehn Minuten der etwas mehr als dreiviertelstündigen Veranstaltung ging es am Dienstag nur noch um Wegners Lügen und seinen Umgang damit. Der regierende Bürgermeister antwortete fast wortwörtlich immer gleich.
So fragte ein Journalist: “Warum haben Sie das getan? Wie groß ist der Schaden für Ihre eigene Glaubwürdigkeit?” Darauf antwortete der Bürgermeister: “Ich glaube wirklich, dass hierzu alles gesagt ist.” Dann behauptete er: “Die Interpretation des Tagesspiegels entbehrt jeder Grundlage, und demzufolge werde ich auch rechtliche Schritte prüfen lassen.”
Wegner verweigert klare Antwort
Daraufhin hakte eine andere Reporterin nach: “Herr Wegner, können Sie konkretisieren, was an der Darstellung des Tagesspiegels jeglicher Grundlage entbehrt und warum Sie rechtliche Schritte prüfen?” Wegner meinte erneut: “Dazu ist tatsächlich wirklich alles gesagt. Mir geht es um die Interpretation des Tagesspiegels. Diese Interpretation entbehrt jeder Grundlage, und da lasse ich gerade rechtliche Schritte prüfen.”
Auch auf weitere Fragen bekamen die Mitglieder der Landespressekonferenz immer wieder die gleichen Antworten zu hören, die sich dadurch sichtlich ermutigt fühlten, weiter zu bohren. Dann fragte der Tagesspiegel-Korrespondent: “Also ich muss es auch noch mal probieren. Welche Interpretation, Herr Wegner?” Wegners Antwort: “Dazu ist alles gesagt.” Das Verhalten von Wegner während der Pressekonferenz hat Meme-Potential für’s Internet.
