In Deutschland sind zum Stichtag 31. März 2026 insgesamt 740.594 Reiseausweise für Flüchtlinge im Ausländerzentralregister erfasst, die seit Anfang 2011 ausgestellt wurden. Davon waren zum selben Zeitpunkt 591.154 Dokumente noch gültig. Die Bundesregierung hat diese Zahlen in einer Antwort auf eine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag bestätigt.
Starker Anstieg seit 2023
Die Ausstellungen haben seit 2023 deutlich zugenommen. Während 2022 noch 38.548 Reiseausweise erfasst wurden, schnellten die Zahlen in den Folgejahren hoch: 151.643 im Jahr 2023, 189.020 im Jahr 2024 und 250.267 im Jahr 2025. Allein in den ersten drei Monaten 2026 kamen weitere 38.443 hinzu. Das Ausländerzentralregister speichert dabei nur einen Reiseausweis pro Person, sodass die tatsächliche Zahl ausgestellter Dokumente höher liegen kann.
Top-Herkunftsländer und Bundesländer
Den größten Anteil haben Staatsangehörige aus Syrien mit 289.749 erfassten Reiseausweisen, gefolgt von Afghanistan mit 112.913 und Irak mit 92.020. Unter afrikanischen Staatsangehörigkeiten führen Eritrea mit 52.129 und Somalia mit 22.798. Bei den Bundesländern liegt Nordrhein-Westfalen mit 213.132 deutlich vorn, gefolgt von Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern.
Reiseausweis für Flüchtlinge: Der Blaue Pass
Anerkannte Asylberechtigte und Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention erhalten diesen Passersatz von den deutschen Ausländerbehörden. Er dient als Ersatz für einen nationalen Pass und ermöglicht Reisen in viele Länder, die die Genfer Konvention unterzeichnet haben. Die Dokumente werden in der Regel für maximal drei Jahre ausgestellt und sind nicht verlängerbar – bei Ablauf muss ein neuer beantragt werden. Die Anerkennung durch das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) begründet dabei meist die Unzumutbarkeit der Passbeschaffung beim Herkunftsstaat.
Viele der Ausweise laufen in den kommenden Jahren aus, allen voran 2028 mit mehr als 227.000 gültigen Dokumenten zum Stichtag. Die Regierung betont in ihrer Antwort, dass die Daten nur den aktuellen Stand abbilden und keine vollständige Historie aller Ausstellungen darstellen.
Politische Brisanz
Die massenhafte Ausstellung solcher Reisedokumente durch deutsche Behörden macht aus einem zunächst befristeten Schutzstatus ein Instrument, das Aufenthalt und Mobilität dauerhaft absichert. Kritiker sehen darin einen weiteren Schritt, der Anreize für weitere Zuwanderung setzt – während die Belastung für die einheimische Bevölkerung und Sozialsysteme weiter steigt. Die Zahlen aus dem Ausländerzentralregister liefern nun die harten Fakten zu einer Entwicklung, die längst nicht mehr nur vorübergehend ist.
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