Die Schweizer haben entschieden und das Ergebnis ist deutlich. Während in Europa immer stärker über digitale Geldsysteme, Kontrolle und neue finanzpolitische Instrumente diskutiert wird, hat die Eidgenossenschaft am Sonntag ein unübersehbares Zeichen für das Bargeld gesetzt.
Deutliches Signal aus der Schweiz
Auslöser der Reaktion ist die Schweizer Volksabstimmung vom 8. März 2026. Dort wurde die Volksinitiative „Bargeld ist Freiheit“ zwar abgelehnt, gleichzeitig aber der direkte Gegenentwurf angenommen. Dieser Gegenentwurf verankert die Versorgung mit Bargeld auf Verfassungsebene und wurde laut offiziellem Ergebnis mit 73,4 Prozent bestätigt. Erfreut über den Ausgang des Votums ist besonders die FPÖ. Der freiheitliche Geld- und Währungssprecher Alexander Petschnig wertete das Votum in einer Presseausendung als klares Bekenntnis zur finanziellen Selbstbestimmung:
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere InformationenDie Schweiz beweist damit, dass Bargeld keine nostalgische Randerscheinung ist, sondern ein elementares Instrument der Freiheit.Wer sein Geld bar hält, behält die Kontrolle über sein Eigentum – unabhängig von technischen Systemen, Banken oder staatlichen Zugriffsmöglichkeiten.
FPÖ fordert Verfassungsrang auch in Österreich
Petschnig verbindet die Schweizer Entscheidung direkt mit der Lage in Österreich und in der EU. Während die Schweizer ihr Bargeld absichern, werde in Brüssel parallel über den digitalen Euro und weitere finanzpolitische Integrationsschritte diskutiert. Die freiheitliche Forderung lautet daher, auch in Österreich das Bargeld in der Verfassung zu verankern. Petschnig warnt, dass ein digitaler Euro ohne klaren Schutz des Bargelds von vielen Bürgern als möglicher Kontrollmechanismus verstanden werde. Wörtlich heißt es dazu:
Wenn die EU ernsthaft Vertrauen schaffen will, muss sie zuerst garantieren, dass Bargeld dauerhaft geschützt bleibt.
Mehr als eine Symbolfrage
Politisch ist das Thema brisant, weil es weit über das Bezahlen im Alltag hinausreicht. Für die FPÖ steht Bargeld für Unabhängigkeit, Privatheit und Schutz vor technokratischer Bevormundung. Kritiker dieses freiheitlichen Zugangs sehen darin oft eine symbolische Überhöhung. Doch gerade das klare Schweizer Votum zeigt, dass die Verteilung von Bargeld nicht auf Randgruppen beschränkt ist, sondern in der Mitte der Gesellschaft verankert ist. Dass die ursprüngliche Initiative scheiterte, der Gegenentwurf aber mit großer Mehrheit durchging, macht den Befund noch interessanter: Der Wunsch nach Bargeldschutz ist weit verbreitet.
