ÖVP-Kanzler Christian Stocker will bei der nächsten Nationalratswahl – spätestens 2029 – wieder antreten. Mit 70 Jahren. Er verweist dabei auf den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz, der vor kurzem seinen 70. Geburtstag gefeiert hat. Doch für viele grenzt die Stocker-Ansage an eine gefährliche Drohung.
Ein Interview als “Entschuldigung”?
Die Kronen Zeitung hat bei Christian Stocker einiges gutzumachen. Das Blatt schonte ihn trotz OP-Termin nicht, nahm die Verlierer-Ampel in jeder Ausgabe auseinander. „Dilettantisch, chaotisch“ sei sie, „ein einziges Desaster“, Österreich habe einen „fitten Kanzler“ verdient, der die Probleme anpackt.
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Weitere InformationenHeute, Sonntag, wirkt ein dreiseitiges Interview von Stocker mit Conny Bischofberger daher wie eine Entschuldigung. Stocker darf sich von seiner besten Seite und seiner Fitness zeigen – und mit seiner Ansage, bei der nächsten Nationalratswahl wieder antreten zu wollen, um an der Macht zu bleiben, dem einen oder anderen Wähler einen Schock versetzen.
Führungsdiskussion kommt aus Gerüchteküche
Dass die ÖVP schon längst an seinem Sessel sägt, hat Stocker in dem Krone-Gespräch mit einem Satz weggewischt:
Das kommt aus derselben Gerüchteküche, wie alle anderen Dinge, die behauptet wurden.
Attacke gegen Kickl
Dass seine Dreierkoalition laut Umfragen gar keine Mehrheit mehr hat und die FPÖ unter Herbert Kickl auf 40 Prozent zusteuert, parierte der ÖVP-Chef – wie könnte es anders sein – mit einer Attacke gegen Kickl. Die FPÖ, so Stocker, setze auf Unzufriedenheit, Empörung und Wut, „das spaltet unsere Gesellschaft“. Kickl verspreche „einfache Lösungen“ und müsse keine Verantwortung tragen. Er sei aus der letzten Nationalratswahl als Erster hervorgegangen und habe nichts daraus gemacht. Er sitze weiterhin in Opposition.
Scheinverhandlungen der ÖVP
Dass die ÖVP dafür verantwortlich zeichnet, dass Kickl nach seinem Wahlsieg keine Regierung bilden konnte, weil die Schwarzen augenscheinlich Scheinverhandlungen geführt hatten und es mit ihnen nicht möglich war, etwa die Zwangsmitgliedschaft bei Wirtschafts- und Arbeiterkammer oder die Zwangssteuer für den ORF abzuschaffen, erwähnte Stocker natürlich nicht.
