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Weil Kanzler Kurz die Wortmeldungen der Nationalratsabgeordneten missachtete und lieber mit seinem Mobiltelefon spielte, las ihm Herbert Kickl die Leviten.

23. April 2020 / 11:16 Uhr

Kickl zu Kurz: „Nehmen Sie an einem Preisausschreiben teil, weil sie immer am Handy herumspielen?“

Wie der Vater mit dem Sohne. Dieses Bild wurde einem vermittelt, der gestern, Mittwoch, die Parlamentsdebatte verfolgte. FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl las dem Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wegen dessen Versäumnissen in der Corona-Krise die Leviten.

Kurz wie ein unartiges Kind

Dabei kam es wohl zur Bemerkung des Tages. Schon am Beginn seiner Rede spielte Kickl auf die schlechte Angewohnheit von Kurz an, der, wie ein kleines Kind, ständig auf seinem Mobiltelefon spielt und so den Eindruck vermittelt, dem Gesagten der Nationalratsabgeordneten keine Bedeutung beizumessen. Kickl sagte also:

Herr Bundeskanzler Kurz, jetzt dürfen Sie sich angesprochen fühlen und alle anderen Mitglieder auf der Regierungsbank, die glauben, dass der Ort hier dafür da ist, dass man der Debatte folgt, und dass das nicht ein besonders toller Platz ist, der sich dafür eignet, dass man permanent mit dem eigenen Handy herumspielt. Damit ich das auch einmal angebracht habe. Sie alle dürfen sich angesprochen fühlen.

Form des Respekts

Und siehe da: Kurz ließ sein Mobiltelefon dann tatsächlich einige Zeit unberührt. Als Kickl ihn dann wegen seiner mantraartigen Erklärung, „alles richtig gemacht“ zu haben, scharf attackierte, flüchtete sich der Kanzler wieder zu seinem Lieblingsspielzeug, dem Handy, und tippte irgend etwas hinein, um wohl den Eindruck zu erwecken, kritischen Stimmen kein Gehör schenken zu müssen. Kickl sah das in seinem Augenwinkel und sagte:

Ich weiß nicht, was so wichtig ist, nehmen Sie an einem Preisausschreiben teil, oder was bringt Sie dauernd dazu, auf ihr Handy zu schauen, anstatt hier zuzuhören, Herr Bundeskanzler. Das ist auch eine Form des Respekts.

https://www.facebook.com/herbertkickl/videos/3404559249571918/UzpfSTEwMDAyNTYxNDk5MDk5NTo1OTMwMDIzMTE1NjM1OTc/

Kommunikation darf keine Einbahnstraße sein

Zuhören, andere Meinungen gelten lassen – das scheint tatsächlich nicht die Stärke des von guten Umfragewerten verwöhnten Kanzlers. Zu diesem Schluss kam am Mittwoch auch der Hauptaktionär der Firma Berndorf, Norbert Zimmermann, im ORF-Mittagsjournal. Mit heutigem Wissen, meinte der Unternehmer, habe es die Bundesregierung nicht gut gemacht. Der Schaden sei enorm. Und auf die Frage der Journalistin, was er der Bundesregierung rate, meinte Zimmermann:

Ich rate der Bundesregierung, zuzuhören und nicht zu glauben, dass sie allein recht hat. Die Kommunikation darf keine Einbahnstraße sein.

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