In der Konzernzentrale der Ersten Bank spricht man von einer Anpassung des Filialnetzes, doch eine Kundin spricht von Sicherheitsbedenken.

10. September 2026 / 08:00 Uhr

„Sicherheitsbedenken“ am Keplerplatz: Erste Bank schließt Filiale in Problem-Grätzl

Eine Bankfiliale sperrt am Keplerplatz in Wien-Favoriten zu – und plötzlich ist die Sicherheit im migrantisch geprägten Grätzl wieder ein Politikum. Die FPÖ nimmt die Schließung zum Anlass für einen scharfen Angriff auf die rote Bezirksführung.

Erste-Filiale sperrt am Keplerplatz

Die Erste-Bank-Filiale am Keplerplatz steht vor der Schließung. Nach aktueller Planung ist am 11. Dezember der letzte Öffnungstag. Bereits seit 1. Juli gibt es dort keine Kassen mehr, Bargeschäfte sind seither nur noch im Selbstbedienungsbereich möglich. Die betroffenen Kunden wurden laut Bank bereits informiert.

Für besonderen Wirbel sorgt eine Aussage einer langjährigen Kundin. Die 80-Jährige, die laut Heute.at seit 1962 Kundin der Bank ist und seit rund 20 Jahren ein Schließfach am Standort besitzt, berichtet, ihr seien Sicherheitsgründe für die Schließung genannt worden. „Die haben mich einfach vor vollendete Tatsachen gestellt“, wird sie von der Gratiszeitung zitiert.

FPÖ sieht „Armutszeugnis“ für die SPÖ

Der Favoritner FPÖ-Bezirksparteiobmann und Sicherheitssprecher der FPÖ Wien, Stadtrat Stefan Berger, sowie der freiheitliche Bezirksvorsteher-Stellvertreter Christian Schuch sprechen gegenüber unzensuriert von einem „politischen Armutszeugnis für die rote Bezirksführung und die Stadt Wien“.

Berger verweist auf die seit Jahren von der FPÖ kritisierten Zustände rund um den Keplerplatz. „Am Keplerplatz geht es seit Jahren drunter und drüber. Gewalt, Schlägereien und offene Drogendeals gehören mittlerweile zum Alltag“, erklärt der FPÖ-Politiker. Besonders Frauen würden sich abends kaum noch auf den Platz trauen. Sollte nun tatsächlich eine Bankfiliale aus Sicherheitsgründen geschlossen werden, müsse das bei Bürgermeister Michael Ludwig und Favoritens Bezirksvorsteher Marcus Franz (beide SPÖ) die Alarmglocken schrillen lassen, so Berger.

„Die SPÖ wird Farbe bekennen müssen“

Für Schuch ist die Debatte damit längst nicht erledigt. Die Freiheitlichen wollen die Situation bei der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung erneut aufs Tapet bringen. Im Zentrum steht dabei eine alte FPÖ-Forderung: ein Alkoholverbot am Keplerplatz.

„Die FPÖ fordert seit Langem ein Alkoholverbot am Keplerplatz, doch die SPÖ blockiert“, kritisiert Schuch. Nun müsse die SPÖ Farbe bekennen: „Entweder sie setzt endlich konkrete Maßnahmen für mehr Sicherheit und Ordnung um, oder sie erklärt den Favoritnern, warum sie weiterhin tatenlos zusieht.“

Die Freiheitlichen verlangen neben einem Alkoholverbot auch dauerhaft mehr Polizeipräsenz und ein konsequenteres Vorgehen gegen die offene Drogenszene. Der Keplerplatz müsse wieder ein Ort sein, an dem sich die Bewohner sicher bewegen könnten. „Der Keplerplatz muss wieder ein Platz für die Favoritner und kein Angstraum sein“, fordert Berger.

Schließung trifft auch Schließfach-Kunden

Für die Kunden bedeutet das Ende der Filiale konkrete Konsequenzen. Wer dort ein Schließfach besitzt, muss dieses vor der Schließung räumen. Laut Heute wurde der betroffenen Kundin mitgeteilt, dass ihr Safe bis 13. November geleert werden müsse. Alternativen gibt es unter anderem in Filialen in Wieden und Margareten.

Die Erste verweist unterdessen grundsätzlich auf die laufende Anpassung ihres Filialnetzes. „Unser Filialnetz wird laufend angepasst und verändert“, erklärte ein Banksprecher gegenüber Heute.

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