Nordstream Pipelines

Inzwischen ist der zweite tatverdächtige Ukrainer, der an der Sprengung der russisch-deutschen Pipeline beteiligt gewesen sein soll, den Ermittlern ins Netz gegangen.

19. August 2026 / 15:42 Uhr

Pipeline-Anschlag: Zweiter ukrainischer Taucher in Kroatien gefasst

Die Ermittlungen zur Sprengung der Nord-Stream-Pipelines nehmen neue Fahrt auf. Heute, Mittwoch, wurde in der kroatischen Hafenstadt Pula ein weiterer Verdächtiger festgenommen. Bei dem Mann handelt es sich um den Ukrainer Wladimir Z. (auch: Wolodymyr Z.), einen ausgebildeten Taucher.

Festnahme auf Grundlage europäischen Haftbefehls

Die Festnahme erfolgte durch lokale Polizeikräfte in Kroatien, koordiniert von der Generalpolizeidirektion Zagreb, auf Basis eines Europäischen Haftbefehls des Ermittlungsrichters am Bundesgerichtshof vom Juni 2024. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte die Festnahme noch am Vormittag. Deutschland wird nun die Auslieferung des Beschuldigten beantragen.

Gegen Wladimir Z. besteht dringender Tatverdacht auf gemeinschaftliche Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, verfassungsfeindliche Sabotage sowie Zerstörung von Bauwerken. Ermittler gehen davon aus, dass er zu einem siebenköpfigen Kommando gehörte, das im September 2022 mit der gemieteten Segelyacht „Andromeda” von Rostock aus in die Ostsee fuhr und in rund 80 Metern Tiefe Sprengsätze an den Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 nahe der dänischen Insel Bornholm platzierte.

Ukrainischer Diplomat half bei der Flucht

Für Wladimir Z. ist es bereits die zweite Festnahme im Nord-Stream-Verfahren. Im August 2024 war er in Polen festgenommen worden, konnte jedoch im Auto eines ukrainischen Diplomaten in die Ukraine fliehen. Nun wurde er erneut gefasst – diesmal in Kroatien.

Zuvor war bereits im August 2025 ein weiterer Verdächtiger, der ukrainische Geheimdienstoffizier Serhij K., in Italien festgenommen und im November 2025 nach Deutschland überstellt worden. Gegen Serhij K., der als mutmaßlicher Anführer des Sabotage-Teams gilt, wurde im Juni 2026 Anklage erhoben. Der Prozess soll in den kommenden Wochen vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg beginnen.

Wer gab den Auftrag?

Trotz der Fortschritte bei der Aufklärung der Tatausführung bleibt die zentrale Frage weiterhin offen: Wer hat den Anschlag beauftragt? Die Bundesanwaltschaft ermittelt weiter. Die Identifizierung und Festnahme weiterer Mitglieder des Taucher-Kommandos gilt als wahrscheinlich.

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