Mit der Aussage „Elli, es ist vorbei“ an die damalige ÖVP-Ministerin Elisabeth Köstinger hatte Neos-Gründer Matthias Strolz schon 2021 seherische Qualitäten bewiesen. Jetzt beobachtet der Ex-Pinke, der kein gutes Haar an Beate Meinl-Reisinger lässt, bei der ÖVP und SPÖ einen „Sterbeprozess in Zeitlupe“.
Verdienst der FPÖ
Wie berichtet, hat Strolz in einem ausführlichen Interview mit dem Kurier der FPÖ in der Migrations-Frage recht gegeben. Es sei ein Verdienst der Blauen, dass sie bei der Migration schon lange gesagt haben, dass es hier ein Problem gäbe, meinte er. Weniger freundlich fiel seine Analyse für die ÖVP und SPÖ aus. Es seien zwei Kräfte, die marodieren. Momentan beobachte er einen „Sterbeprozess in Zeitlupe“.
Kommunikation mit Meinl-Reisinger teilweise ehrlos
Aber auch mit der eigenen Partei geht Strolz hart ins Gericht. Auf die Frage, warum es für Pinken in der Regierung nicht ganz so funktioniere, antwortete er: Die Neos hätten an manchen Ecken ihre Ideale verraten, sowohl in Wien als auch im Bund.
Persönliche Kritik übte Strolz an der jetzigen Parteichefin Beate Meinl-Reisinger. Zuletzt habe er angeboten, zu helfen, aber das hätte Meinl-Reisinger nicht gewollt. Das sei auch zu respektieren. Er finde aber, in der Art, wie man es einander ausrichtet, könnte man doch Würde dazugewinnen. Es wäre diese Kommunikation teilweise ehrlos gewesen.Â
Verlierer-Ampel soll Verantwortung zurückgeben
Ob die Dreierkoalition bis zum Jahr 2029 halten würde, wollte der Kurier von Strolz wissen. „Nein, das glaube ich nicht“, sagte er. Strolz glaubt, dass die Regierung jetzt noch ein paar Monate ein Fenster habe, um wirkliche Erneuerung voranzutreiben: „Entweder schaffen die drei hier gemeinsam einen beherzten Umsetzungsschritt, oder sie sollen die Verantwortung zurückgeben“.
