Nicht für Abschiebungen, sondern für Urlaubsreisen starten die Flugzeuge jetzt wieder nach Syrien. Symbolbild: Flieger nach Syrien.

4. August 2026 / 14:50 Uhr

Urlaub statt Abschiebung: Direktflüge nach Syrien

„Komm zurück nach Hause“: Mit diesem Slogan wirbt die Fluggesellschaft LEAV um die „syrische Community“ für Direktflüge nach Damaskus. Während die Regierungen in Europa seit Jahren erklären, Sicherheitsbedenken machten die Rückführungen nach Syrien unmöglich, reisen Schutzberechtigte nun ganz offiziell in jenes Land der angeblichen Gefährdung. Ein gewaltiger Widerspruch in der Asylpolitik.

Urlaubsflüge statt Abschiebungen 

Die europäische Asyl- und Migrationspolitik offenbart einmal mehr ihre katastrophalen Widersprüche. Während österreichische und deutsche Politiker eine konsequente Abschiebung aufgrund der vermeintlichen Sicherheitslage ablehnen, hat die Realität die Debatte längst überholt. Wie der Nachrichtensender n-tv berichtet, gibt es erstmals seit 15 Jahren wieder eine direkte Flugverbindung von Deutschland in die syrische Hauptstadt Damaskus.

Möglich macht dies die deutsche Airline LEAV Aviation. Auf Basis eines neuen Luftverkehrsabkommens fliegt sie zweimal wöchentlich im Airbus A320-200 von Düsseldorf nach Damaskus. Für rund 450 Euro pro Ticket können syrische Passagiere nun direkt in jenes Land zurück, aus dem sie einst geflohen sind.

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„Ein langer Besuch bei der Familie, das Wiedersehen mit alten Freunden“

Die Zielgruppe benennt die Airline ungeniert. Die Verbindung richte sich insbesondere an die syrische Community in Deutschland, welche damit häufiger und direkter Familie und Freunde in der alten Heimat besuchen kann. Auf ihrer Plattform wirbt die Gesellschaft mit emotionalen Worten: „Damaskus steht für Familie, Wurzeln und eine der ältesten Städte der Welt. (…) Ob ein langer Besuch bei der Familie, das Wiedersehen mit alten Freunden oder ein Spaziergang durch die Altstadt: Damaskus bringt Dich zurück zu dem, was zählt.“

Ein florierendes Geschäft aus Angebot und Nachfrage, das fundamentale Fragen aufwirft. Denn sowohl das deutsche Auswärtige Amt als auch das österreichische Außenministerium (Sicherheitsstufe 4) sprechen weiterhin eine strikte Reisewarnung für Syrien aus.

FPÖ forderte bereits Konsequenzen für Syrer im Heimaturlaub

In Österreich forderte der FPÖ-Abgeordnete Reinhold Maier bereits am 1. Juli 2026 parlamentarische Konsequenzen: den sofortigen Entzug des Schutzstatus bei Heimatreisen. Wenn eine geflohene Person ebendort Besuche tätige, stelle dies „naturgemäß einen größtmöglichen Missbrauch eines Schutzstatus“ dar. Der entsprechende Antrag wurde jedoch von ÖVP, SPÖ und Neos abgelehnt.

Welchen Unmut diese Zustände in der Bevölkerung auslösen, zeigt sich in den sozialen Medien. Unter einem FPÖ-TV-Video zu diesem Thema, das auch Parteichef Herbert Kickl teilte, brachte eine Userin die Empörung auf den Punkt: „Wie kann man in einem Land Urlaub machen von dem man geflüchtet ist! Das ist doch irre!!“

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