Den Innenpolitik-Experten der Kronen Zeitung, Claus Pàndi, kann man ja beim besten Willen nicht als Bewunderer von Herbert Kickl bezeichnen. Dem Journalisten dürfte die manchmal radikale Sprache des FPÖ-Chefs nicht gefallen. Umso mehr staunten die Leser des Blattes, als Pándi sich nun quasi der Ausdrucksweise des blauen Regierungskritikers bediente.
Weiter packeln wie früher
Von einem „System wie pilzartiges Geflecht“ ist die Rede, von „Profiteuren der fast alles lähmenden Verhältnisse“ oder von „alten Regierungsparteien, die nur noch eine nette Zeit ihrer vermeintlichen Bedeutung genießen wollen“. Pándi platzte in seinem Kommentar „So sind sie halt, die (ehemaligen) Großparteien“ endgültig der Kragen, weil die ÖVP unter Kanzler Christian Stocker und die SPÖ unter Vizekanzler Andreas Babler weiter packeln wie früher.
Mauschelei nicht einmal in nobler Diskretion
Was den Kronen-Zeitung-Schreiber so verärgerte und die Leser glauben ließ, dass seine Worte aus dem Munde von Kickl kommen, war die längst ausgepackelte neue Führungsgarnitur des ORF. „Diese Mauschelei lief nicht einmal in nobler Diskretion ab. Damit ist der nächste ORF-Chef beschädigt, noch bevor er ‚gewählt’ wurde“, schrieb Pàndi. Wie bekannt wurde, soll der bisherige Chef der Austria Presseagentur (APA), Clemens Pig, auf Wunsch der Schwarzen neuer ORF-Generaldirektor werden.
Nachtwächter eines untergehenden Systems
„So sind sie halt die ehemaligen Großparteien. Sie lernen einfach nicht dazu. Weder aus den Affären der Vergangenheit noch aus den Meinungsumfragen der Gegenwart“, analysierte der Krone-Journalist die zwischen den Parteien bereits ausgemachten Top-Jobs im ORF. „Die von Parteisekretären ins Geschäft der Lobbyisten übergelaufenen obersten ORF-Stiftungsräte von ÖVP und SPÖ sind da nur die Nachtwächter eines untergehenden Systems“.
Proporzverhältnisse retten
Der ORF – so Pàndi in seiner Abrechnung mit der Verlierer-Ampel – sei ein Symbol für die verzweifelten Versuche der Koalition, die ewigen Proporzverhältnisse zu retten. Die politischen Kräfte, die jetzt am Ruder seien, könnten oder wollten nichts ändern. Das hat Herbert Kickl schon bemerkt, als er mit der ÖVP bei den Koalitionsgesprächen an einem Tisch gesessen und aufgestanden ist, weil Stocker und Co. lediglich ein „weiter wie bisher“, aber keine Veränderung im System wollten.
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