Viele Beobachter halten die bisherige EU-Migrationspolitik trotz sinkender Zahlen für fatal, weil sie die Ursachen nicht bekämpft und die Außengrenzen weiterhin unzureichend schützt.

3. März 2026 / 13:18 Uhr

Zahlen sinken, Bevölkerungsaustausch geht weiter: Europa weiter im Blindflug

Die Zahl der Asylanträge in der Europäischen Union ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Rund ein Fünftel weniger Anträge wurden gegenüber dem Vorjahr gestellt. Dennoch bleibt die Lage angespannt, vor allem für Deutschland und Österreich, die weiterhin Hauptzielländer in Europa sind. Auch Staaten wie Spanien, Frankreich und Italien verzeichnen weiterhin hohe Zugangszahlen.

Deutschland und Österreich bleiben Asylmagnete

Innerhalb der Europäische Union entfällt ein erheblicher Teil der Asylanträge auf Deutschland. Die Bundesrepublik bleibt damit Hauptzielland für Asylforderer. Trotz verschärfter Debatten über Grenzkontrollen und Rückführungen hat sich an dieser grundlegenden Verteilung wenig geändert. Deutschland trägt weiterhin einen Großteil der Last, was sich auch auf die kommunale Ebene auswirkt. Unterbringung, Versorgung und ethnische Spannungen stellen Städte und Gemeinden vor enorme Herausforderungen.

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Auch in Österreich ist die Lage angespannt. Zwar sind auch hier die Zahlen im Vergleich zu den Spitzenjahren gesunken, doch gemessen an der Bevölkerungszahl bleibt die Belastung hoch. Die Unterbringungskapazitäten sind vielerorts ausgeschöpft, Asylquartiere sorgen regelmäßig für politische Diskussionen. Die Bundesregierung verweist auf verstärkte Grenzkontrollen und eine restriktivere Praxis, doch Kritiker halten dagegen, dass die strukturellen Probleme ungelöst bleiben.

Rückgang mit Fragezeichen

Der Rückgang der Anträge wird von Experten unterschiedlich bewertet. Ein Teil führt ihn auf strengere Kontrollen entlang der Balkanroute sowie auf Abkommen mit Transitstaaten zurück. Auch Maßnahmen von Staaten wie Tunesien oder der verstärkte Einsatz von Grenzschutzbehörden wie Frontex werden als Faktoren genannt. Andere Beobachter warnen jedoch davor, den Rückgang als nachhaltige Trendwende zu interpretieren. Migrationsbewegungen seien stark von geopolitischen Entwicklungen abhängig und könnten rasch wieder zunehmen. Hinzu kommt, dass ein Rückgang der Anträge nicht automatisch eine Entlastung bedeutet. Viele Verfahren aus den Vorjahren sind noch anhängig, Gerichte und Behörden arbeiten am Limit. Gleichzeitig bleibt die Zahl der Personen mit abgelehntem Asylbescheid, die faktisch im Land bleiben, hoch. Rückführungen scheitern häufig an fehlenden Abkommen oder mangelnder Kooperation der Herkunftsstaaten.

Politische Debatte verschärft sich

In der politischen Diskussion wird der Rückgang der Zahlen daher unterschiedlich gedeutet. Vertreter etablierter Parteien sehen sich in ihrem Kurs bestätigt und sprechen von einer Wirkung eingeleiteter Maßnahmen. Kritiker aus konservativen und rechten Parteien halten dem entgegen, dass Europa seine Außengrenzen weiterhin nicht konsequent schütze und das Asylsystem strukturell überfordert sei. Sie verweisen darauf, dass selbst reduzierte Zugangszahlen in absoluten Größenordnungen weiterhin enorm seien.

Zunehmend fällt in diesem Zusammenhang auch der Begriff Remigration. Gemeint ist damit die verstärkte Rückführung von Personen ohne Aufenthaltsrecht sowie eine grundsätzliche Neubewertung der Migrationspolitik. Befürworter argumentieren, dass nur durch konsequente Rückkehrprogramme und klare Signale an Herkunfts und Transitstaaten eine nachhaltige Entlastung möglich sei.

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