Der von der FPÖ initiierte parlamentarische Untersuchungsausschuss zum Tod des früheren Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek tritt in dieser Woche in eine entscheidende Phase: Erstmals werden jene Personen befragt, die Pilnacek zuletzt lebend gesehen oder unmittelbar Kontakt mit ihm hatten. Damit gewinnt der Ausschuss deutlich an Brisanz.
Wichtige Zeugen sollen Klarheit bringen
Übermorgen, Mittwoch, steht unter anderem die Aussage von Karin W. an. Die letzte Lebensgefährtin Pilnaceks hatte öffentlich Zweifel an der offiziellen Version geäußert, wonach es sich bei dessen Tod um einen Unfall oder Suizid gehandelt habe. Ebenfalls geladen: eine zweite Zeugin, die Pilnacek in der Nacht seines Todes abgeholt haben soll, nachdem er bei einer Alkoholfahrt seinen Führerschein verloren hatte – und die damals für den ehemaligen ÖVP-Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka gearbeitet hatte.
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Weitere InformationenPeter Pilz erneut im Fokus
Am Donnerstag wird dann der frühere Nationalratsabgeordnete Peter Pilz (Grüne, Liste Pilz, Liste Jetzt) im Ausschuss aussagen. Pilz steht derzeit wegen übler Nachrede im Zusammenhang mit seinem Buch „Pilnacek – Der Tod des Sektionschefs“ zur Causa vor Gericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sollte es bestätigt werden, droht die Einziehung des Buches.
Im Mai 2025 hatte Pilz zudem die Klage eines Polizisten wegen seiner Berichterstattung auf zackzack.at verloren. Wie berichtet, hatte Hannes Fellner, Chefinspektor des Landeskriminalamts Niederösterreich im Bereich Leib und Leben, geklagt – Pilz wurde damals am Wiener Straflandesgericht wegen übler Nachrede verurteilt. Die “Zack Media GmbH” musste 8.000 Euro zahlen, das Urteil ist rechtskräftig. Sowohl in seinem Buch als auch auf zackzack.at hatte Pilz der Polizei unter anderem Fehlverhalten bei der Übergabe von Pilnaceks persönlichen Gegenständen an dessen Witwe Caroline L. vorgeworfen. Diese hatte nach eigenen Angaben das Telefon Pilnaceks mit einem Bunsenbrenner zerstört. Darüber hinaus ist ein Journalist geladen, der intensiv zu Pilnaceks Tod recherchiert hat und zeitweise im Besitz von dessen Laptop war.
