In weniger als sechs Wochen nach der Wahl am 23. Februar hat die AfD mit den führenden Unionsparteien CDU/CSU gleichgezogen. Je 24 Prozent der Wähler würden den Parteien ihre Stimme geben, wären an diesem Sonntag Bundestagswahlen. Das geht aus der neuesten Umfrage des INSA-Meinungsforschungsinstitutes für die Bild-Zeitung hervor.
Alice für Deutschland
Es ist ein denkwürdiges Umfrageergebnis, das vom renommierten Meinungsforschungsinstitut erhoben wurde. Denn erstmals scheint es die vom politischen Establishment diskreditierte und verfemte Alternative für Deutschland geschafft zu haben, sich mit 24 Prozent bundesweit in der Wählergunst an die Spitze des Parteienspektrums zu setzen.
Starke Zunahme seit Bundestagswahl
“Alice für Deutschland”, riefen die AfD-Anhänger während der Wahlbewegung und am Ende hatte es für Kanzlerkandidatin Alice Weidel und die Partei mit 20,8 Prozent der Stimmen für Platz zwei hinter den Unionsparteien gereicht.
Seither sind zahlreiche Wähler vor der wortbrüchigen CDU geflüchtet und über die “Brandmauer” zur AfD gesprungen. 3,2 Prozentpunkte konnte die Partei der Co-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla seit der Bundestagswahl in den Umfragen zulegen. Und das, bevor sich die schwarz-rote Koalition überhaupt gebildet hat.
Union auf 24 Prozent abgesackt
Eine gegenläufige Entwicklung ist bei der CDU zu beobachten. CDU-Chef Friedrich Merz hat es geschafft, aus einem Wahlsieg eine Niederlage zu machen und sich der SPD auszuliefern. 28,6 Prozent lautete das Ergebnis für die Unionsparteien. Wenige Wochen später sind CDU/CSU bei vorerst 24 Prozent angelangt. Zwei Prozentpunkte weniger als bei der letzten INSA-Umfrage erhoben wurde.
Im Rekordtempo hat Merz alle wesentlichen Wahlversprechen gebrochen und damit selbst Teile der Parteibasis gegen sich aufgebracht. Tausende Mitglieder sollen die Partei verlassen haben, die “Junge Union” in Köln verfasste an den Parteichef und die Bundestagsfraktion einen Brandbrief, in dem sie ihren Unmut über die gebrochenen Wahlversprechen äußerte.
Restliche Parteien weitgehend unverändert
Hinter den beiden Spitzenreitern liegt die SPD weiterhin bei 16 Prozent, die Grünen bei elf Prozent und die Linkspartei bei ebenfalls elf Prozent. Mit jeweils vier Prozent würden das BSW und die FDP nicht im Bundestag vertreten sein.