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Hannes Amesbauer und Montan-Universität

FPÖ-Nationalratsabgeordneter Hannes Amesbauer möchte von ÖVP-Bildungsminister Martin Polaschek Auskunft über die Neupositionierung der Montanuniversität in Leoben.

9. Feber 2024 / 14:22 Uhr

Verbannung studentischer Korporationen von Universität wird Fall fürs Parlament

Der neue Rektor der Montanuniversität in Leoben, Steiermark, Peter Moser (seit 1. Oktober 2023 im Amt), möchte die studentischen Verbindungen von akademischen Feiern fernhalten. Das sorgt nun für eine parlamentarische Anfrage der FPÖ an den Bildungsminister, auch der Dritte Nationalratspräisdent Norbert Hofer (FPÖ) hat sich mit einem Appell an Rektor und Uni-Rat zu Wort gemeldet.

Kritik über die Parteigrenzen hinweg

Moser hat Medienberichten zufolge vor, die Universität einem Image-Wechsel zu unterziehen. Dass bei dieser Schaffung eines neuen Markenprofils akademische Korporationen wie Burschenschaften, Corps und Landsmannschaften, die mit der Montanstadt Leoben so eng verbunden sind wie bergmännische Traditionen, keinen Platz mehr haben sollen, stößt auf Kritik und Unverständnis über die Parteigrenzen hinweg.

Anfrage an Bildungsminister Polaschek

Keine Begeisterung für diese „Ausgrenzung“ zeigt auch der steirische Nationalratsabgeordnete Hannes Amesbauer. Dieser brachte nun eine parlamentarische Anfrage an den steirischen ÖVP-Bildungsminister Martin Polaschek ein. Er möchte von Polaschek wissen, wie dieser die derzeitige Neupositionierung der Montanuniversität aus fachlicher Sicht beurteilt und welche Folgen das für die farbentragenden Studentenverbindungen haben könnte. Amesbauer stellte in diesem Zusammenhang zehn Fragen.

Hofer ortet “Ausgrenzung”

Zu der Verbannung studentischer Korporationen an der Montanuniversität hat sich auch der Dritte Nationalratspräsident Hofer zu Wort gemeldet. In einem Offenen Brief fordert dieser den Rektor sowie den Chef des Uni-Rates, Stefan Pierer, indirekt auf, die Entscheidung zu überdenken und im Dialog mit den Verbindungen nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen.

Als ehemaliger Technolgieminister, der die nationale und internationale Bedeutung der Montanuniversität zu würdigen wisse, verfolge er, wie es in dem Schreiben heißt, „mit Besorgnis“ die Debatte über den „Ausschluss“ der Burschenschaften von universitären Veranstaltungen. „Die Präsenz von farbentragenden Studentenverbindungen hat zum einzigartigen Charakter und zur festlichen Atmosphäre an der Montanuni beigetragen“, so Hofer. Der Dritte Nationalratspräsident ortet sogar eine „Ausgrenzung“, die den „Verlust an Vielfalt und Gemeinschaftsgefühl“ nach sich ziehe.

Die weltberühmte Uni sei nicht nur für ihre akademische Exzellenz bekannt, sondern auch für ihre Traditionen wie den „Ledersprung“ oder den Bierauszug. Sie würden das Leben in der Stadt prägen und zur Identität der Gemeinschaft beitragen, ebenso wie die typischen Bergkittel, die bei akademischen Veranstaltungen getragen werden.

Studentenverbindungen Horte der Tradition und Wertevermittlung

„Studentenverbindungen haben eine lange Tradition, prägen seit jeher das studentische Leben in
Leoben und sind damit natürlich auch eng mit der Montanuniversität verbunden“, zeigte sich auch die
Bundesobfrau des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS), Gudrun Kofler, überrascht davon, dass gerade diese traditionsreiche Seite des Studentenwesens von der Universität verbannt werden soll. „Studentenverbindungen sind Horte der Tradition und Wertevermittlung und gelten als urdemokratisch. Gerade die Universität sollte ein Ort des freienDenkens und des Austauschs verschiedener Meinungen sein, die demokratiefeindlichen Fantasien desneuen Rektors haben dort keinen Platz. Studenten die Teilnahme an universitären Feierlichkeiten zuuntersagen, ist einfach grotesk und aberwitzig“, so Kofler.

Hier finden Sie die Original-Anfrage von Hannes Amesbauer zur Verbannung studentischer Korporationen von der Montan-Universität Leoben:

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