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Ein zerstörter Wohnblock in Awdijiwka, das die Russen mit enormem Aufwand an Soldaten und Material zu erobern versuchen.

17. Oktober 2023 / 07:14 Uhr

Russland geht in Offensive: Großangriff auf Awdijiwka

Während an der südlichen Front in der Region Saporischschja die ukrainische Armee weiterhin erfolglos versucht, durch die russischen Linien zu brechen, hat Russland im Osten eine eigene Großoffensive gestartet. Dabei versucht Russland, auf die Stadt Awdijiwka in der Region Donezk vorzustoßen. In den letzten Tagen kam es dabei zu massiven Gefechten.

Taktisch bedeutend für Russland

Vergangene Woche wurde durch Russland die erwähnte Großoffensive gestartet. Awdijiwka ist dabei von fast allen Seiten bereits seit Monaten umzingelt – nur Richtung Westen ist sie mit dem Rest des von der Ukraine gehaltenen Gebietes korridorartig verbunden. Dabei hat die Stadt mit einst rund 35.000 Einwohnern eine große taktische Bedeutung: Sie liegt nur 20 Kilometer westlich von der Großstadt Donezk entfernt, der Hauptstadt des gleichnamigen Gebietes und seit 2014 eines der Zentren der russischen Separatisten. Die Großstadt mit fast einer Million Einwohnern ist somit seit fast zehn Jahren unmittelbar an der Front gelegen, ist dauerhaft Opfer von ukrainischem Beschuss. Mit der Einnahme Awdijiwkas würde man die Front um gut 25 Kilometer von der Stadt weg verschieben und somit unzähligen Zivilisten mehr Sicherheit bieten.

Russische Erfolge unter großen Verlusten

Dabei scheint die russische Offensive (kleinere) Erfolge zu verbuchen. Wie selbst das stark anti-russische ZDF berichtet, ist Russland in den letzten Tagen erfolgreich vorgerückt und hat die Stadt inzwischen fast komplett umzingelt. Wie jedoch die Süddeutsche Zeitung gleichzeitig berichtet, erleidet Russland dabei massive Verluste. Die Rede soll dabei von mindestens hundert gepanzerten Fahrzeugen und einigen tausend Soldaten sein. Wie immer, lassen sich die Zahlen und Fakten nicht seriös überprüfen. Fakt ist jedoch, dass Russland in den letzten Tagen im Umland der Stadt um wenige Kilometer erfolgreich vorgerückt ist und dass die Stadt weiterhin stark beschossen wird.

Ukrainische Gegenoffensive bis jetzt gescheitert

Für die Ukraine bedeutet der Angriff möglicherweise, dass ihre breit angekündigte Gegenoffensive endgültig gescheitert ist. Diese Gegenoffensive läuft bereits seit dem Frühjahr 2023 mit dem massiven Einsatz an westlichen Waffensystemen. Das ukrainische Ziel war es dabei, in der Region Saporischschja die südliche Front zu durchbrechen und gut 60 Kilometer bis zum Schwarzen Meer vorzustoßen. Damit hätte man einen Keil zwischen die Krim und dem russischen Festland getrieben. Dies ist der Ukraine jedoch bisweilen misslungen. Einzig in der Nähe der Stadt Tokmak gelang ihnen ein nennenswerter Vorstoß von rund 15 Kilometern.

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