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An der Hamline Universität im US-Bundesstaat Minnesota genießt die Freiheit der Lehre nicht den höchsten Stellenwert – wichtiger sind der Präsidentin die Gefühle der moslemischen Studenten.

USA

12. Januar 2023 / 07:46 Uhr

„Cancel Culture“: Kunst-Professorin zeigte Mohammed-Bild und verlor Job nach Moslem-Protesten

Wie totalitär das Klima an US-amerikanischen Universitäten ist, zeigt der Vorfall um eine Kunst-Professorin an einer kleinen privaten Hochschule in Minnesota: Erika López Prater verlor ihren Lehrauftrag an der Hamline Universität im vergangenen Semester, weil sie in einem Seminar eine Darstellung des islamischen Propheten Mohammed gezeigt hatte.

Harmlose Mohammed-Zeichnung in Kunstseminar gezeigt

Wie die New York Post berichtet, handelte es sich bei der Zeichnung nicht um eine beleidigende Karikatur, sondern um ein Bild aus dem 14. Jahrhundert: Es zeigt den Erzengel Gabriel – im Islam wie auch im Christen- und Judentum der wichtigste aller Engel -, wie er dem islamischen Propheten die erste Offenbarung des Koran bringt. Die Zeichnung stammt aus dem islamischen Geschichtsbuch „Compendium of Chronicles“.

Moslemische Studenten fühlten sich plötzlich diskriminiert

Natürlich fühlten sich moslemische Studenten in ihren religiösen Gefühlen verletzt: Schließlich gibt es nach einigen Islam-Gelehrten ein Bilderverbot im Islam, das auch die Darstellung der (verschiedenen) islamischen Propheten mit einschließt. Eine Studentin, die während der Veranstaltung keine Probleme mit der wenige Minuten dauernden Präsentation der Zeichnung hatte, soll sich jedoch danach bei Prater und der Leitung der Universität beklagt haben. Sie argumentierte, dass sie sich durch den Vorfall „marginalisiert“ fühle. Prompt sprangen ihr auch andere islamische Glaubensbrüder und -schwestern bei, auch sie sahen ihre religiösen Anschauungen verletzt.

Professorin warnte im Voraus vor religiösen Darstellungen in ihrem Kurs

Fragwürdig ist jedoch zumindest, warum die beleidigten Moslems überhaupt an der Lehrveranstaltung teilnahmen: Professorin Prater hatte schon in der Beschreibung des Kurses auf Darstellungen von religiösen Figuren, vor allem von Mohammed und Buddha, hingewiesen. Auch sagte Prater, dass sie ihre Studenten gebeten hätte, sich bei Bedenken an sie zu wenden – sich aber keiner von ihnen bei ihr meldete. In der Veranstaltung, in der es zur Präsentation der Mohammed-Zeichnung kam, nahm sie Rücksicht auf die Gefühle der Studenten und erlaubte es ihnen, für die Zeit, in der das Bildnis gezeigt wurde, den Online-Kurs zu verlassen, was ebenfalls niemand tat.

Uni-Präsidentin: Religiöse Gefühle wichtiger als Wissenschaftsfreiheit

Andere moslemische Studenten der Universität unterstützten jedenfalls den Protest gegen Prater. Das Zeigen der Bilder sei ein Angriff auf ihre Religion gewesen. Auch die Präsidentin der Uni, Fayneese S. Miller, solidarisierte sich mit den beleidigen Studenten und schrieb in einer E-Mail, dass der Respekt vor den Gefühlen der Moslem-Studenten wichtiger sei als die Freiheit der Lehre. Zwar sei die akademische Freiheit „sehr wichtig“, dürfe aber nicht auf Kosten von anderen gehen, erklärte sie.

Ein Sprecher der Hamline-University sagte gegenüber Fox News, es sei wichtig, dass sich die Studenten „sicher, unterstützt und respektiert“ fühlen würden – und das innerhalb wie außerhalb der Uni-Räume. Außerdem habe Professorin Prater im vergangenen Semester zum ersten Mal gelehrt.

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