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Kronen Zeitung und Kasperl

Die Kronen Zeitung versucht weiter, die FPÖ als zerstrittenen Haufen darzustellen, doch keiner der Funktionäre will das bestätigen.

14. August 2022 / 11:10 Uhr

Die eigene, seltsame Welt der “Kronen Zeitung”: Heute rückt ihr Chefredakteur gegen die FPÖ zu Felde

Wenn ein kleines Kind etwas anstellt und deshalb ermahnt wird, entschuldigt es sich und zieht sich womöglich zur Nachdenkphase in sein Zimmer zurück. Wenn die Kronen Zeitung etwas anstellt und dabei ertappt wird, etwa einen Selbstmord-Abschiedsbrief erfindet und aus dem Brief, den es gar nicht gibt, auch noch zitiert, sieht sie ihren Fehler nicht ein, sondern stichelt gegen jene, die diesen Tiefpunkt des Journalismus aufgedeckt haben: gegen die FPÖ.
Wieder eine Unwahrheit
Nach einer tagelangen Schmutzkampagne rückt heute, Sonntag, sogar der geschäftsführende Chefredakteur Klaus Hermann in seinem Kommentar „Brief an die Leser“ aus, um weiter gegen die Freiheitlichen Stimmung zu machen und vom eigentlichen Skandal, dem erfundenen Abschiedsbrief, abzulenken. Fast weinerlich gibt er zum Besten, dass die Blauen die Schuld an der Causa um Hans-Jörg Jenewein der „Krone“ zuweisen wollen. Wieder eine Unwahrheit, die die Kronen Zeitung da verbreitet – und das weiß Hermann natürlich. Die FPÖ hat lediglich ein Problem damit, dass bei den Schreiberlingen der Kronen Zeitung jede Ethik des Journalismus verlorengegangen ist.
Flucht ins Dunkel der Anonymität
Beweise für seine Behauptungen hat Hermann keine. Und so flüchtet sich auch der Herr Chefredakteur ins Dunkel der Anonymität, etwa mit dem Satz:

Es hagelt hinter vorgehaltenen Händen heftige Beschuldigungen untereinander.

„Hinter vorgehaltenen Händen“ also. Schon gestern, Samstag, hatte “Krone”-Schreiberin Ida Metzger versucht, die von FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker als „Beitragstäterin“ der Schmutzkübel-Kampagne gegen die Freiheitlichen bezeichnet wurde, namentlich FPÖ-Funktionäre zu finden, die das “Krone”-Narrativ befeuern. Sie ist dabei, wie sie selbst zugab, krachend gescheitert. Unzensuriert berichtete.
Keine Reibereien in der FPÖ
Während nämlich landauf, landab alle FPÖ-Schwergewichte betonen, im guten Einvernehmen mit FPÖ-Parteichef Herbert Kickl zu stehen, will die Kronen Zeitung das einfach nicht wahrhaben. Dass sie in der gleichen Ausgabe wie jener, in der der Chefredakteur Hermann versucht, die FPÖ als zerstrittenen Haufen („Es knirscht im Gebälk“) darzustellen, auch der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp zu Wort kommt, gleicht einer kleinen Sensation. Denn auch er betonte im ORF-“Wien-heute”-Sommergespräch, aus dem die “Krone” zitiert:

Es gibt keine Reibereien in der FPÖ.

Von Medien aufgebauscht
Zudem lässt ihn die Kronen Zeitung auch den Sachverhalt erklären. Eine anonyme Anzeige im Oktober gegen die Wiener FPÖ, bei der es um angeblichen Missbrauch von Fördergeldern geht und die am Mobiltelefon des Ex-Abgeordneten Jenewein gefunden wurde, bezeichnete Nepp als „komplett haltlos und belanglos“. Das Thema, so Nepp weiter, werde von den Medien aufgebauscht und so versucht, einen Streit innerhalb der Partei heraufzubeschwören.
Schön, dass die Kronen Zeitung – bei all der Schlammschlacht, die sie derzeit gegen die Blauen führt – zumindest einen Teil ihres redaktionellen Raums für eine Selbstanklage zur Verfügung gestellt hat.

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