Schweizer Eidgenossen bereiten sich mit Militärübung auf das Ende der EU vor

Schweizer Soldaten proben Ernstfall des EU-Zerfalls.  Foto: Fcb981/Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Schweizer Soldaten proben Ernstfall des EU-Zerfalls.
Foto: Fcb981/Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
25. Juni 2015 - 19:30

Die Schweizer trauen der Europäischen Union offensichtlich nicht mehr über den Weg. Griechenlandkrise,  überschwappenden Flüchtlingsströme -  der baldige Zerfall der EU scheint für sie ein realistisches Szenario. Um sich darauf vorzubereiten, kommt es unter dem Titel ONEX 15 vom 16. bis zum 25. September 2015  zu einer großangelegten Militärübung in der sogenannten Territorialregion 2 in der Nordwestschweiz. Dabei bieten die Eidgenossen insgesamt rund 5.000 Armee-Angehörigen auf. Das veröffentlichte Übungszenario lässt keinerlei Zweifel darüber offen, wie ernst es die Schweizer mit den möglichen Auswirkungen einer EU-Krise meinen:

In einem fiktiven Europa der Zukunft, mit neuen Ländern und Grenzen, herrscht Wirtschaftskrise. Die Folgen wirken sich auch auf die Schweiz aus: Verknappung der Vorräte, Schwarzhandel, kriminelle Organisationen. Grosse Öl-, Gas- und Getreidevorräte werden zum Ziel von Sabotagen und Plünderungen. Ausserdem führen ethnische Spannungen zu grösseren Flüchtlingsströmen in die Schweiz.

Der Bundesrat hat Teile der Armee aufgeboten, um das Grenzwachtkorps zu verstärken und die zivilen Partner der Kantone (Polizei, Feuerwehr, Sanität) subsidiär zu unterstützen. Die Armee wird mit dem Schutz besonders gefährdeter Infrastrukturen der Telekommunikation, der Stromversorgung und der Lebensmittelverteilung beauftragt.

 

Infrastrukturschutz  und Zusammenarbeit mit Zivilpartnern

Neben dem Grenzwachtkorps als Kerntruppe werden unter anderem ein Führungsunterstützungsbataillon, ein Gebirgsinfanteriebataillon, ein Schützenbataillon, ein Infanteriebataillon, ein Militärbataillon und ein Katastrophenhilfebataillon an der Übung teilnehmen.

Im Vordergrund dieser Großübung stehen der Infrastrukturschutz und die Zusammenarbeit mit den Zivilpartnern, wie in einer Aussendung betont wird:

Wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit den zivilen Partnern (unter anderen die Schweizerischen Rheinhäfen Basel, das Universitätsspital Basel, das Grenzwachtkorps und die SBB) sowie mit den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn sowie deren Polizeikorps.

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