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6. September 2012 / 16:50 Uhr

Schräge Stiftungs-Show von Zanger nur für ausgesuchte Journalisten

Obwohl ein unabhängiger Stiftungsprüfer die Gebarung der Meschar-Privatstiftung in einem Gerichtsgutachten für unbedenklich erklärt hat, behauptet der KPÖ-nahe Rechtsanwalt Georg Zanger das Gegenteil. In einer eigenartigen Pressekonferenz im Wiener Cafe Prückel gab er heute seine höchst subjektiven Mutmaßungen zum Besten. Die Veranstaltung „für ausgewählte Medienvertreter“ mit Einladung sollte einen Exklusivitätsanspruch erfüllen. Zu diesem Zweck wurden nichtgeladene Medienvertreter und Gäste des Traditionscafes durch Zanger hinter eine „Sperrlinie“ verbannt. Sie gänzlich aus dem Lokal zu verweisen, traute sich Zanger dann aber doch nicht. Dafür durfte der Grüne Nationalratsabgeordnete Karl Öllinger als „Medienvertreter“ teilnehmen und sogar Fragen stellen.

Bilder mit Meschar exklusiv für den ORF

Eine weitere Absonderlichkeit war auch die Aufforderung Zangers, dass die anwesenden Kamerateams der Privatsender Aufnahmen von Meschar bei der Beantwortung von Fragen erst ab 22 Uhr senden dürfen. Offensichtlich hat Zanger dem ORF Exklusivität zugesichert. Damit präsentierte er sein eigenartiges Verständnis der Medien- und Pressefreiheit. Vor diesem Hintergrund war das Interesse der anwesenden Medienvertreter, Fragen zu stellen, überschaubar, da kaum vorhanden.

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Zanger monologisiert über Stiftungs- und Bilanzrecht

Zanger nutzte das Forum, um eine Dreiviertelstunde über Stiftungs- und Bilanzrecht zu monologisieren. Im Zentrum seiner Kritik steht der gerichtlich bestellte Stiftungsprüfer. Da dieser keine Fehler bei der bisherigen Gebarung gefunden hatte, wurden ihm Qualifikation und Befähigung abgesprochen. Anhand einzelner Belege versuchte Zanger, die gesamte Arbeit des vormaligen und des aktuellen Wirtschaftsprüfers zu kritisieren. Mit Anträgen will Zanger nun den Stiftungsprüfer abberufen lassen.

Gertrud Meschar äußerte den völlig neuen Wunsch, die Stiftung aufzulösen. Bisher wollte sie den Vorstand abberufen, in dem sich bis Juli auch der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ) befand. Meschar hatte dabei dem Gericht ursprünglich drei neue Vorstände vorgeschlagen, die für diese Ämter allerdings nicht mehr zur Verfügung stehen, seit Meschar den Anwalt gewechselt hat und sich von Zanger vertreten lässt.

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