Griechenlands Ministerpräsident Tsipras möchte auf Auslandskonten von wohlhabenden Griechen zugreifen.

6. Juni 2016 / 15:30 Uhr

Steuerflucht: Griechenland möchte auf Auslandskonten zugreifen

Aktuell schulden die Griechen ihrem Finanzministerium in Athen nicht weniger als 87 Milliarden Euro an Steuerschulden. Nun möchten die Steuerfahnder auf die griechischen Auslandskonten zugreifen. Zu diesem Zweck möchte man bis Anfang 2017 schrittweise ein internationales Abkommen zum automatischen Datenaustausch umsetzen. Dieses Abkommen wurde seit 2014 von insgesamt 51 Staaten unterzeichnet.

Griechen transferierten 20 Milliarden Euro ins Ausland

Die Athener Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras erhofft sich auf dieser Grundlage dringend benötigte zusätzliche Steuereinnahmen. Seit 2015 sind die Behörden allerdings bei der Exekution ihrer Steuergesetze mehr als nachlässig. Damals traten strengere Kapitalverkehrskontrollen in Kraft.  

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Kurz vor dem Inkraftreten strengerer Kapitalverkehrskontrollen hatten griechische Staatsbürger noch rasch mindestens 20 Milliarden Euro von ihren Konten ins Ausland transferiert. Bereits vor diesem Zeitpunkt lagen zig Milliarden Euro im Ausland, vor allem auf den Konten von Wirtschaftsmanagern und Spitzenpolitikern in der Schweiz, Lichtenstein oder den USA. Medial prominentester Steuerflüchtling war etwa die Mutter des ehemaligen PASOK-Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou, die für den gesamten Familienclan Gelder im Ausland veranlagt haben soll. 

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