Eine peinliche Mandatsgrafik und bizarre Hochrechnungs-Akrobatik brachten das ORF-Publikum am Wahlabend (Sonntag, 6. September) zum Staunen. FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker nimmt die Entgleisungen des Staatsfunks nun schonungslos auseinander und fordert das endgültige Aus für die Zwangsgebühren.
Peinliche Panne in der Sonder-ZIB
Schon zu Beginn der Berichterstattung über die Landtagswahl im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt entgleiste der Grafik-Abteilung des Hauses die Realität vollkommen. In einer Schaubild-Grafik der Sonder-ZIB wurden der AfD schlichtweg 47 Mandate zugeschrieben, während CDU, SPD, Linke und Grüne sprichwörtlich mit jeweils 20 Sitzen bedacht wurden. In der Summe ergab das stolze 127 Mandate für ein Parlament, das im Landtag von Sachsen-Anhalt eigentlich nur 83 Sitze umfasst. Während Moderator Tarek Leitner den logistischen Überfall auf den Landtag immerhin bemerkte, hinterlässt das Datenchaos einen faden Beigeschmack über die handwerkliche Qualität des durch Zwangsgebühren finanzierten Apparats.

Kreative Arithmetik im Dienst der Haltung
Den Höhepunkt der politisch gefärbten Betreuung lieferte jedoch ORF-Korrespondent Andreas Pfeifer ab. Nachdem er bereits am Samstag im Ö1-Mittagsjournal Teile der AfD-Führung im Bereich des Nationalsozialismus verortete, verblüffte er am Wahlabend mit einer eigenen Interpretation von Verlusten und Gewinnen. So verkaufte der Korrespondent das Debakel der CDU – die satte 19,9 Prozentpunkte verlor – als Versuch der Wähler, über Stimmen für SPD und Grüne die AfD zu schwächen. Dass die beiden linken Parteien zusammen magere 3,9 Prozent dazugewannen, schien die steile These kaum zu stören. Hafenecker Spott folgte auf dem Fuß: „Diese Mathematik-Künste des Herrn Pfeifer genügen vielleicht fürs Stimmenzählen auf einem SPÖ-Parteitag, mit einer politischen Analyse haben sie jedoch nichts zu tun.“
Seitenhiebe gegen Parteien und FPÖ-Chef Kickl
Die Zuteilung von Haltungs-Noten zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. BSW-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht wurde vom Korrespondenten als „irrlichternde Politikerin“ abgekanzelt, während AfD-Wahlsieger Ulrich Siegmund spitzfindig als „Charmeur“ tituliert wurde – nur um im selben Atemzug anzufügen, dass FPÖ-Chef Herbert Kickl eben keiner sei. Dass die Übertragungsleitung nach Deutschland im Laufe der Sendung immer wieder ins Stocken geriet und Sätze im Äther verschwanden, kommentierte die FPÖ trocken: Für die Technik des Hauses sei das zwar kein Ruhmesblatt, angesichts des Inhalts aber fast schon ein Segen.
FPÖ verlangt Aus für die Zwangsgebühren
Für die Freiheitlichen offenbart der Abend das tiefsitzende Systemproblem des öffentlich-rechtlichen Mediums. Hafenecker brachte die Kritik auf den Punkt: „Die ORF-Information muss endlich das machen, was sie machen soll: Menschen objektiv und neutral zu informieren. Am Sonntag hat sie das nicht gemacht.“ Die Forderung der FPÖ liegt damit auf dem Tisch: Ein grundlegender Umbruch im Sender, die Rückkehr zu sauberer Nachrichtengebung und das endgültige Ende der ungeliebten Zwangsgebühren.
