Schiedsrichter Noah Schmuck

Noah Schmuck machte in der ARD darauf aufmerksam, dass er laut Satzungen als Schiedsrichter politisch neutral sein müsse.

ARD

31. August 2026 / 11:45 Uhr

Fernsehen zieht Fußball wegen AfD-Schiedsrichter in politische Debatte

Schiedsrichter und AfD-Funktionär, na und? Für die ARD-Sportschau war das einen großen Bericht wert. Als Zuschauer merkte man die Absicht und war verstimmt. 

Aufregung in Euskirchen

In der ARD-Sportschau am Sonntag wurde über die Spiele der zweiten deutschen Bundesliga berichtet – und am Ende der Sendung dann das: Die Zuschauer wurden über eine „Aufregung im Fußballkreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen (NRW)“ in Kenntnis gesetzt. Was war so aufregend im beschaulichen Euskirchen? Dem Beitrag zufolge traten ingesamt acht langjährige Ehrenamtliche zurück, weil ein Jugend-Schiedsrichter auch AfD-Funktionär ist. 

AfD-Positionen mit Werten des Sports nicht vereinbar

Komisch: Von den zurückgetretenen Fußball-Funktionären wollte keiner vor die Kamera. Sie würden sich vor Konsequenzen fürchten und sie hätten Angst um ihre Familien, wurde im ARD-Bericht behauptet. Die acht Ehrenamtlichen seien zurückgetreten, weil AfD-Positionen nicht mit den Werten des Sports vereinbar wären. 

Schiedsrichter bislang unauffällig

Merkwürdig: Ausgerechnet Christos Katzidis von der CDU, Präsident Fußballverband Mittelrhein, durfte sich dazu zu Wort melden. Das Kernproblem sei, sagte er gegenüber der ARD, das die AfD eine verfassungsrechtlich zugelassene Partei wäre. Insofern müsste sich der Fußballverband, und das würden auch Juristen bestätigen, an Verhaltensweisen orientieren – und da sei der Jugend-Schiedsrichter bisher unauffällig gewesen. 

Ausgrenzung für SPÖ-Funktionär ein Mittel

Sonderbar: Nach dem CDU-Funktionär ließ die ARD auch ein Mitglied der SPD zu Wort kommen – und zwar Thomas Weikert, Präsident Deutscher Olympischer Sportbund. Sport sei für alle offen, alle würden gleich behandelt, jeder könne teilnehmen, meinte Weikert zuerst. Bezogen auf rechtsextremistische oder antisemitische Haltungen sei Ausgrenzung ein Mittel, ergänzte er. Das sei eine Sache, die die AfD betreffe, aber nicht nur. 

“Politisch neutrale Ausübung steht in den Satzungen”

Der Schiedsrichter, der laut ARD für Riesenaufregung sorgt, Noah Schmuck, stellte sich den Anfeindungen seiner politischen Gegner:

Ich habe den Verdacht, dass die Leute denken, man würde, weil man bei der AfD auch für die Jugend zuständig ist, dass man das dann auch auf die Jugend im Schiedsrichterbereich anwendet und sie dann so was wie politisch indoktriniert. Das ist wahrscheinlich der Vorwurf. 

Im Jugend-Schiedsrichter-Bereich wären die Menschen alle unter 18 – und die hätten ganz andere Probleme als die Politik. Außerdem stehe in den Satzungen, dass er in seiner Ausübung politisch neutral zu sein habe. 

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