388 Millionen Christen waren Anfang des Jahres von Verfolgung und Diskriminierung betroffen, wie der Monitoringbericht 01/2026 zur Verfolgung religiöser Minderheiten des Bundeskanzleramts zeigt.
Christen in Asien und Nahost bedroht
Der Bericht analysiert die Lage religiöser Minderheiten in Asien und dem Nahen Osten und stellt fest, dass sich die Situation in mehreren Staaten weiterhin deutlich angespannt darstellt. Ziel ist die Sensibilisierung sowie die fachliche Einordnung des internationalen Schutzes verfolgter religiöser Minderheiten.
Lage in islamischen Ländern besonders dramatisch
In Syrien, dem Irak und dem Iran bleibt die Lage besonders kritisch. In Syrien führen lokale Konflikte, Extremismus und Diskriminierung zu erheblichen Einschränkungen der Religionsfreiheit, insbesondere für Christen. Im Irak sind Milizen, terroristische Gruppen und mangelnder staatlicher Schutz zentrale Gefährdungsfaktoren, die Unsicherheit und Abwanderung verstärken. Im Iran sind vor allem Konvertiten von systematischer Verfolgung betroffen; Religionswechsel wird kriminalisiert und hart sanktioniert.
Regionale Konflikte werden auch in Europa ausgetragen
Regionale Konflikte wirken zusätzlich verschärfend: Sie verstärken Repressionen im Iran, destabilisieren den Irak und den Libanon und führen in Jerusalem zeitweise zu Einschränkungen des Zugangs zu religiösen Stätten. Auch in Europa wird eine verschärfte Bedrohungslage für jüdische und israelbezogene Einrichtungen festgestellt.
Hindu-Nationalismus in Indien wächst
In Myanmar hat der Bürgerkrieg seit 2021 zu massiver Gewalt gegen religiöse und ethnische Minderheiten geführt, wobei der Staat selbst als Repressionsakteur auftritt. In Indien kommt es trotz verfassungsmäßiger Religionsfreiheit zunehmend zu Gewalt gegen Christen im Kontext hindu-nationalistischer Tendenzen.
Generell haben sich Verfolgungsformen ausgeweitet: Neben Gewalt treten verstärkt Überwachung, rechtliche Diskriminierung und digitale Kontrolle auf. Religion wird häufiger mit nationaler Identität verknüpft, was Minderheiten zusätzlich stigmatisiert.
Syrien: früher Terror, heute staatliche Repression
Im Nahen Osten ist ein deutlicher Rückgang christlicher Bevölkerung zu beobachten, etwa in Syrien von rund 1,5 Millionen auf etwa 300.000. Hauptursachen sind Unsicherheit, Diskriminierung und Auswanderung. Während früher vor allem Terrorgruppen prägend waren, spielen heute stärker staatliche Repression, politische Instabilität und gesellschaftliche Spannungen eine Rolle.


