Die Europäische Kommission hat der Ukraine weitere Finanzhilfen in Höhe von knapp 2,8 Milliarden Euro ausgezahlt. Die Zahlung ist die mittlerweile siebte Tranche aus der Ukraine-Fazilität und wurde durch das Reformtempo Kiews gerechtfertigt.
Reformfortschritte als Auszahlungsvoraussetzung
„Das Tempo und das Engagement der Ukraine bei der Umsetzung bedeutender Reformen haben diese Zahlung gerechtfertigt“, teilte EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos am Wochenende mit. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko erklärte, die Gelder sollten zur Finanzierung der wichtigsten Staatsausgaben verwendet werden – darunter für soziale und humanitäre Bedürfnisse.
Ukraine-Fazilität: bis zu 50 Milliarden Euro bis 2027
Die Ukraine-Fazilität ist ein Finanzierungsinstrument, das bis Ende 2027 bis zu 50 Milliarden Euro an das von Russland angegriffene Land bereitstellt. Seit März 2024 hat die EU mit der sechsten Tranche bereits 26,8 Milliarden Euro ausgezahlt. Mit der siebten Zahlung von 2,8 Milliarden Euro steigt die Summe der regulären Auszahlungen aus diesem Instrument weiter.
205 Milliarden Euro seit 2022
Seit Beginn des russischen Angriffs 2022 haben die EU und ihre Mitgliedstaaten nach jüngsten EU-Angaben Hilfen im Umfang von knapp 205 Milliarden Euro zugesagt. Diese umfassen militärische Unterstützung, finanzielle Hilfe zur Staatsfinanzierung und Hilfe für Flüchtlinge.
Davon stammen 3,8 Milliarden Euro aus Erträgen aus der Verwahrung eingefrorener russischer Vermögenswerte.
90-Milliarden-Euro-Darlehen für 2026–2027
Im Januar 2026 legte die EU-Kommission ein umfassendes Hilfspaket vor: Ein Unterstützungsdarlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine soll den Finanzierungsbedarf des Landes für 2026 und 2027 decken. Zwei Drittel (60 Milliarden Euro) fließen in militärische Unterstützung, ein Drittel (30 Milliarden Euro) in allgemeine Budgethilfe.
Ukraine braucht 49,3 Milliarden Euro externe Hilfe 2026
Der ukrainische Haushalt für 2026 sieht Einnahmen von 2,9 Billionen Hrywnja (ca. 68,7 Milliarden US-Dollar) und Ausgaben von 4,8 Billionen Hrywnja (ca. 113,8 Milliarden US-Dollar) vor. Schätzungen des ukrainischen Finanzministeriums zufolge wird das Land 2026 rund 2,08 Billionen Hrywnja (ca. 49,3 Milliarden US-Dollar) an externer Finanzhilfe benötigen – das entspricht 43 Prozent der Gesamtausgaben.
Für 2026 wird ein Wirtschaftswachstum von 5,0 Prozent erwartet, vorausgesetzt, es kommt zu erfolgreichen Friedensverhandlungen und Maßnahmen zur Rekonstruktion.


