Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt steht nach 125 neuen Plagiatsfunden massiv unter Druck.

CDU

21. Mai 2026 / 11:30 Uhr

Neues Gutachten: Weitere Plagiatsvorwürfe gegen Mario Voigt

Die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag präsentierte in Erfurt ein neues Gutachten des Plagiatsprüfers Stefan Weber. Darin werden 125 zusätzliche Plagiatsfragmente in der Doktorarbeit des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) dokumentiert. Zusammen mit früheren Funden ergibt das laut Weber insgesamt 265 beanstandete Textstellen.

Vorwürfe häufen sich

Das Gutachten wirft Voigt nicht nur umfangreiches Abschreiben vor, darunter zahlreiche Übersetzungsplagiate aus englischsprachigen Quellen. Es stellt zudem schwere Verdachtsmomente zur empirischen Arbeit in der Dissertation auf, darunter den Vorwurf, Ergebnisse verfälscht oder gar nicht durchgeführte Inhaltsanalysen vorgetäuscht zu haben. Weber spricht von einem „schwerwiegenden Plagiatsfall“ und „Vorsatz“.


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Jahrelange Linie der CDU-Spitze

Bereits 2024 hatte Voigt erklären lassen, es gebe keine Hinweise auf wissenschaftliches Fehlverhalten – gestützt auf ein Gutachten eines Experten mit CDU-Parteibuch. Nach dem einstimmigen Entzug des Doktorgrads durch die TU Chemnitz Anfang 2026 wechselte die Verteidigungslinie: Der wissenschaftliche Kern der Arbeit sei nicht betroffen. Das neue Weber-Gutachten konfrontiert diese Darstellung direkt.

Das Ausmaß der beanstandeten Passagen übersteigt nach Angaben des Gutachters jenes im Fall der ehemaligen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Schavan war 2013 nach Plagiatsvorwürfen zurückgetreten. Voigt bleibt im Amt.

Plagiate über zwei Jahrzehnte

Neben der Dissertation listet ein weiteres Gutachten Plagiate in fünf zusätzlichen Veröffentlichungen von Mario Voigt auf. Die ältesten Funde stammen aus dem Jahr 2004. In einem programmatischen Beitrag zu CDU-Werten soll Voigt sogar einen Spiegel-Journalisten abgeschrieben haben. An anderer Stelle habe er fünf Absätze hintereinander aus Wikipedia übernommen und die Passage mit einer Fußnote zu einem Kinderbuch versehen.

Durch die Übernahmen seien zudem sachliche Fehler in den Text geraten – falsche Jahreszahlen, falsche Prozentwerte, erfundene Zitate. Das Gutachten dokumentiert die Stellen in direkter Gegenüberstellung.

AfD-Offensive und Reaktionen

Die Thüringer AfD-Fraktion unter Björn Höcke hatte Stefan Weber mit dem Gutachten beauftragt. Bei der Pressekonferenz im Erfurter Landtag wurde die Präsentation vorgestellt. Voigt und sein Anwalt reagierten zunächst nicht öffentlich auf die neuen Vorwürfe. Die CDU warf der AfD ein „durchsichtiges Manöver“ vor.

Voigt hatte nach dem Titelentzug angekündigt, juristisch dagegen vorzugehen. Er führt den Doktortitel vorerst nicht mehr. Das neue Gutachten erhöht den Druck auf den Ministerpräsidenten und die Thüringer CDU deutlich. Ob es zu weiteren politischen Konsequenzen kommt, bleibt abzuwarten. Das Weber-Team schließt weitere Funde nicht aus.


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