In der WELT-Sendung „MEINUNGSFREIHEIT“ hat Fritz Vahrenholt, ehemaliger Hamburger SPD-Umweltsenator und Ex-Shell-Vorstand, mit seinen Aussagen zur Klimadebatte für Aufsehen gesorgt. Am 7. April dieses Jahres hat das für die Szenarien des Weltklimarats zuständige 44-köpfige Wissenschaftlergremium das bisherige Extremszenario mit bis zu 5,7 Grad Erwärmung bis 2100 als unplausibel eingestuft. Vahrenholt sieht darin eine klare Zäsur in der Klimadebatte, wie er in der Sendung am 11. Mai festhält.
„Unser deutscher Beitrag 0,015 Grad“
Vahrenholt rechnete vor: Das wahrscheinlichste Szenario sehe nun stabile Emissionen bis 2050 mit anschließendem Rückgang und einer Erwärmung von rund 2,56 Grad bis 2100. Bei bereits erreichten etwa 1,45 Grad seit 1860 bliebe noch rund ein Grad. Deutschland verursache etwa 1,5 Prozent der globalen CO₂-Emmissionen. Wörtlich sagte Vahrenholt:
Dann ist unser deutscher Beitrag 0,015 Grad Celsius bis 2100.
Das sei Anlass genug für eine Sonderdebatte im Bundestag und eine ehrliche Sendung in ARD und ZDF. Stattdessen halte die Politik am „selbstmörderischen Tempo“ mit CO²-Abgaben, Verbrennerverboten und dem Abschalten von Kohlekraftwerken fest – mit verheerenden Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Alarmismus und reale Folgen
Der Energieexperte kritisierte den jahrelangen Alarmismus, der auf dem nun verworfenen Extremszenario aufbaute. Viele Medien und Politiker hätten das Szenario als realistisch dargestellt, obwohl es auf extremen Annahmen wie einer Vervierfachung des CO₂-Ausstoßes und dem Ausgehen fossiler Brennstoffe bis 2080 beruhte. Vahrenholt sieht darin einen Schaden für den Klimaschutzgedanken selbst: Bürgerliche wendeten sich entnervt ab, während radikale Positionen bis hin zur Ablehnung von Kindern zunähmen.
Gegner im Gespräch wie etwa taz-Journlistin und Grünenpolitikerin Ulrike Herrmann verwies auf bereits spürbare Effekte wie Dürren, Waldschäden und Grundwasserprobleme sowie eine schnellere Erwärmung in Europa. Vahrenholt hielt dem entgegen, dass die letzten wärmeren Jahre maßgeblich durch El Niño und einen Unterwasservulkan beeinflusst gewesen seien. Die grundlegende Erwärmung seit 1860 liege bei 1,45 Grad. Zudem betonte er positive Effekte höherer CO₂-Konzentrationen: Die Erde sei grüner geworden mit 20 Prozent mehr Blattmasse, höheren Ernteerträgen bei Weizen und Reis. Ohne ausreichend CO₂ gäbe es keine Pflanzen, Tiere oder Menschen.
Deindustrialisierung trotz Mini-Beitrag
Morten Freidel, Historiker und Journalist, räumte ein, dass Deutschlands Alleingang mit dem Ziel der Klimaneutralität schon 2045 ökonomischer Wahnsinn sei. Die Industrie werde ins Ausland getrieben, dem Klima helfe das nicht. Klimaschutz solle im Gleichschritt mit großen Emittenten erfolgen. Vahrenholt und andere kritisierten, dass Europa mit nur rund neun Prozent der globalen Emissionen (inklusive Japan, Australien, Korea) weitgehend allein dastehe, während China, Indien und die USA andere Prioritäten setzten.
Rückzug des Extremszenarios
Die Einstufung des RCP8.5/SSP5-8.5-Szenarios als unplausibel durch das ScenarioMIP-Gremium im April 2026 ist dokumentiert und wird breit diskutiert. Es markiert einen deutlichen Kurswechsel in der Modellierung für den kommenden IPCC-Siebten Sachstandsbericht. Vahrenholt nutzt diese Entwicklung, um die Dringlichkeit einer Kurskorrektur in der deutschen Politik zu unterstreichen und damit von ideologisch getriebener Zerstörung wegzukommen, hin zu einer realistischen Abwägung von Kosten und tatsächlichem Nutzen.
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