Bundesregierung und ORF

Babler und Stocker sollen sich die ORF-Jobs bereits ausgemacht haben. Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger, nach dem Fall “Loacker” selbst dem Vorwurf des Postenschachers ausgesetzt, schaut dem Treiben still und leise zu.

14. Mai 2026 / 08:52 Uhr

Schwarz-rote Packelei: ORF ist nächster, schwerer Sündenfall der Verlierer-Ampel

Aus Fehlern nichts gelernt! Glaubt man Medienberichten, dass die Top-Jobs im ORF im stillen Kämmerlein zwischen ÖVP und SPÖ bereits ausgemacht wurden, begeht die Verlierer-Ampel den nächsten, schweren Sündenfall. Da brauchen sich ÖVP-Kanzler Christian Stocker und sein SPÖ-Vize Andreas Babler nicht wundern, dass ihre Parteien beim Vertrauen der Wähler weiter an Boden verlieren.

Postenschacher in den Parteizentralen

Wie die Kronen Zeitung und Österreich berichteten, soll der Posten der Radiodirektorin an die bisherige Chefin des Linksaußen positionierten ORF-Senders FM4, Dodo Roscic, gehen. Medial kolportiert wird auch, dass der nächste ORF-Generaldirektor Clemens Pig, bisher APA-Chef, heißen soll. Unbeeindruckt von der öffentlichen Meinung sollen die Entscheidungen für diese wichtigen Positionen im Staatsfunk in den Parteizentralen getroffen worden sein.

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“Wie Mafia-Paten Revier aufgeteilt”

Diese Personalentscheidung treibt bei FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker die Zornesröte ins Gesicht:

ÖVP-Kanzler Christian Stocker und SPÖ-Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler benehmen sich am Küniglberg wie Mafia-Paten bei der Aufteilung des Reviers. Die ÖVP schnappt sich die Generaldirektion, die SPÖ stopft sich Radio- und Programmdirektion in die Tasche – und die Österreicher dürfen mit ihren Zwangsgebühren auch noch die Zeche zahlen.

Stiftungsräte zu Marionetten abgestempelt

Die Vergabe der ORF-Top-Jobs hätten nach dem Ausscheiden von Roland Weißmann eigentlich bei der vorgezogenen Wahl am 11. Juni erfolgen sollen. Und zwar durch die 35 ORF-Stiftungsräte, die jetzt – nachdem die Personalien medial bekannt geworden sind – von der Regierung zu Marionetten abgestempelt wurden. 

Schaden für den Medienstandort Österreich

„Ein schwerer Sündenfall“, attestiert auch Krone-Chefredakteur Klaus Herrmann in seinem Kommentar. Dass die ORF-Chefs nicht im Stiftungsrat, sondern im Kanzleramt und in den Parteizentralen von ÖVP und SPÖ bestimmt würden, schade dem ORF, schade dem Medienstandort Österreich und nicht zuletzt der Glaubwürdigkeit – und Stocker und Babler würden sich vor allem selbst schaden. 

Schluss mit dem „Parteibuchfernsehen“

Hafenecker forderte in einer Aussendung daher einen Neustart des ORF, eine grundlegende Neuaufstellung des Hauses und die ersatzlose Abschaffung der ORF-Zwangsgebühren. Wörtlich sagte der FPÖ-Mediensprecher: 

Der ORF ist zum schwarz-roten Selbstbedienungsladen verkommen, finanziert vom Zwangsgebührenzahler. Wer ÖVP- und SPÖ-Funktionäre durchfüttern will, soll das aus der Parteikasse tun – nicht aus den Geldbörsen der Österreicher. Schluss mit dem Postenschacher, Schluss mit den Zwangsgebühren, Schluss mit diesem Parteibuchfernsehen.

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