Nun hat auch Brandenburg erstmals einen AfD-Bürgermeister: In Zehdenick (Landkreis Oberhavel) setzte René Stadtkewitz sich im ersten Wahlgang mit 58,4 Prozent der Stimmen deutlich gegen seine Mitbewerber durch und wird voraussichtlich noch im Mai sein Amt antreten.
Parteiloser Vorgänger wurde abgewählt
Bereits im Jahr 2025 hatte Stadtkewitz kandidiert, unterlag damals jedoch in der Stichwahl dem parteilosen Amtsinhaber Alexander Kretzschmar. Dieser meldete sich jedoch kurz nach Amtsantritt dauerhaft krank, wurde später abgewählt und machte so den Weg für eine Neuwahl. Auch Kretzschmars Vorgänger hatte sein Amt aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aufgegeben – ein Umstand, den Stadtkewitz im Wahlkampf gezielt aufgriff. Mit dem Slogan „Zehdenick verdient Verlässlichkeit“ positionierte er sich als stabile Alternative.
CDU wegen Islampolitik verlassen
Von 2001 bis 2011 war Stadtkewitz für die CDU Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. 2010 verließ er die Partei nach innerparteilichen Konflikten, insbesondere wegen seiner Kritik an der Islampolitik der CDU. Anschließend gründete er die Partei „Die Freiheit“, die jedoch ohne größeren politischen Erfolg blieb. Erst seit rund zwei Jahren ist Stadtkewitz Mitglied der AfD.
In Zehdenick ist er seit 2024 kommunalpolitisch aktiv, sitzt in der Stadtverordnetenversammlung und führt dort die AfD-Fraktion. Zudem ist er Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bauen. Privat lebt er seit 2023 mit seiner Familie in der Stadt, nachdem er zuvor in Berlin unternehmerisch tätig war.
Fortschritt für die Region
Im Wahlkampf setzte Stadtkewitz auf lokale Themen. Er versprach, die Verwaltung effizienter zu gestalten, Investitionen zu fördern sowie Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen. Auch der Wegzug junger Menschen aus der Region soll gestoppt werden.
Die Konkurrenz der Altparteien blieb schwach: Weder CDU noch SPD stellten eigene Kandidaten auf. Stadtkewitz’ stärkster Herausforderer, der FDP-Kandidat Stephan von Hundelshausen, kam auf 28,6 Prozent der Stimmen. Weitere Bewerber spielten nur eine untergeordnete Rolle. Mit seinem Wahlsieg ist Stadtkewitz der erste direkt gewählte AfD-Bürgermeister in Brandenburg. Zwar gab es mit Arne Raue in Jüterbog bereits einen AfD-Bürgermeister, dieser war jedoch ursprünglich als parteiloser Kandidat gewählt worden und trat der Partei erst Jahre später bei.
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