Die konservative Kandidatin Keiko Fujimori von der Fuerza Poular liegt bei der peruanischen Präsidentschaftswahl mit rund 17 Prozent der Stimmen knapp vorn. Nach Auszählung von mehr als 50 Prozent aller Stimmen folgen der rechtsgerichtete Ex-Bürgermeister von Lima, Rafael López Aliaga, mit etwa 15 Prozent sowie der zentristische Kandidat Jorge Nieto mit rund 13 Prozent.
Stichwahl am 7. Juni
Kein Kandidat kommt an die erforderliche absolute Mehrheit heran, weshalb eine Stichwahl am 7. Juni sehr wahrscheinlich ist. Wie berichtet, war schon im Vorfeld der Wahlen am gestrigen Sonntag eine Stichwahl abzusehen, da alle Kandidaten in den Umfragen weit von einer absoluten Mehrheit entfernt waren. Fujimori hatte jedoch bereits die Umfragen angeführt und galt als Favoritin.
Erhebliche Probleme erschwerten Wahl
Die Auszählung zog sich bis in den zweiten Tag hinein, da Wahllokale in Lima aufgrund logistischer Probleme verspätet öffneten. Mehr als 50.000 Menschen konnten am Sonntag zunächst nicht abstimmen, weil sich die Verteilung von Wahlmaterialien verzögerte. Die Wahlzeit wurde bis 18 Uhr Ortszeit am Montag verlängert. Die Wahlbehörde JNE kündigte rechtliche Schritte gegen das verantwortliche Unternehmen an.
Fujimori, Tochter des Ex-Präsidenten Alberto Fujimori, äußerte Solidarität mit den benachteiligten Wählern und kündigte sofortigen Wahlkampf für die zweite Runde an. López Aliaga rief seine Anhänger auf, die verlängerten Wahlzeiten zu nutzen.
Peru seit Jahren in der Krise
Peru befindet sich seit 2018 in einer tiefen politischen Krise mit acht Präsidentenwechseln durch Amtsenthebungen, Korruptionsskandale und fragile Koalitionen. Das Vertrauen in Institutionen ist nachhaltig beschädigt. Als drittgrößter Kupferproduzent der Welt steht das Land zudem unter geopolitischem Druck durch die Konkurrenz zwischen USA und China.


