Peru steht am heutigen Sonntag vor einer entscheidenden Präsidentschaftswahl, die inmitten anhaltender politischer Instabilität ausgetragen wird. Nach acht Präsidentenwechseln seit 2016 treten 35 Kandidaten an. Zwar liegt kein Kandidat in den Umfragen über dem unteren zweistelligen Bereich, sodass eine Stichwahl am 7. Juni praktisch sicher ist – doch die rechte Fuerza Popular von Keiko Fujimori führt die Erhebungen an.
Enges Kopf-an-Kopf-Rennen
Die Fuerza Popular erreicht zwölf bis 15,6 Prozent, dicht gefolgt von Rafael López Aliaga (Renovación Popular) mit rund 9,5 bis zehn Prozent sowie Carlos Álvarez (País para Todos) und dem aufstrebenden Ricardo Belmont (Obras) bei jeweils etwa neun Prozent. Andere Kandidaten wie Roberto Sánchez (Juntos por el Perú) gewinnen ebenfalls an Boden. Die Umfragen zeigen ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen an der Spitze, mit hoher Unentschlossenheit besonders im Süden, wo bis zu 32,6 Prozent der Befragten noch unentschlossen oder für ungültige Stimmen tendieren.
Kriminalität und Korruption als dominante Themen
Das Land leidet unter chronischer Instabilität, zuletzt unter dem abgesetzten Übergangspräsidenten José Jerí, der durch Skandale scheiterte; José Balcázar übernahm interimistisch bis zur Wahl. Kriminalität – die Mordrate hat sich seit 2019 verdoppelt – und Korruption dominieren die Wählerbedenken. Die Wahl markiert auch einen geopolitischen Konflikt: Während China durch Investitionen wie den Hafen von Chancay Einfluss gewinnt, drängt die USA auf eine Stärkung der Partnerschaft mit Peru, dem zweitgrößten Kupferproduzenten der Welt.


