ÖVP-Kanzler Christian Stocker hatte zu Ostern Donald Trump und Wladimir Putin noch als „Herbert Kickls Freunde“ bezeichnet, „die uns diese gravierende Energiekrise beschert haben“. Jetzt, nachdem Trump mit dem Iran einen zweiwöchigen Waffenstillstand vereinbart hat, ist der US-Präsident plötzlich kein Freund mehr des FPÖ-Chefs.
Stocker als “Friedensengel” im Nahen Osten
Stocker gibt gerne Binsenweisheiten von sich. „Wer weniger Sprit verbraucht, bezahlt weniger“, richtete der Chef der Verlierer-Ampel den Österreichern aus. Gestern, Mittwoch, tat er dann das, was er offenbar am liebsten tut: Der Bundeskanzler äußerte sich zu internationalen Ereignissen. Da hat er zwar überhaupt keinen Einfluss, wird auch nicht gehört, aber sich außerhalb der Konfliktzone für den Frieden einzusetzen, ist immer eine Option, um aus der eigenen Verantwortung zu flüchten und von der eigenen desaströsen Innenpolitik abzulenken.Â

Lob für Pakistan
Der ÖVP-Kanzler rückte also aus, um den Waffenstillstand im Nahen Osten als Mosaikstein für einen dauerhaften Frieden zu loben, der eine globale Energie- und Wirtschaftskrise abwenden könnte. Er bedankte sich bei „unseren Partnern in Pakistan“ für die erfolgreichen Vermittlungsbemühungen. Trump aber kam in seinem Facebook-Posting nicht vor, obwohl dieser den Waffenstillstand angeboten hat. Und siehe da: Auch Kickl wurde nicht mehr als Freund des US-Präsidenten, der nun zwei Wochen lang keine Bomben mehr auf den Iran werfen will, genannt.Â
Eigenes Narrativ verbreitet
Noch zu Ostern sah das anders aus: Da versuchte Stocker weiterhin das Narrativ von ÖVP und SPÖ zu verbreiten, Kickl sei ein Freund des US- und Russland-Präsidenten, nur weil der FPÖ-Chef klar gegen die Russland-Sanktionen ist und Trump dafür lobt, dass er zum Beispiel eine harte Einwanderungspolitik verfolgt, für Meinungsfreiheit kämpft und die Gender-Ideologie ablehnt.


