Im liberalen Schweden zeichnet sich ein Kurswechsel ab: Bald könnten dort die rechten Schwedendemokraten (SD) mitregieren. Ministerpräsident Ulf Kristersson (Moderaterna) hat bei einer Pressekonferenz mit dem SD-Vorsitzenden Jimmie Åkesson am gestrigen Mittwoch angekündigt, dass er sich nach der Parlamentswahl am 13. September eine Vierer-Koalition aus Moderaterna, Christdemokraten (KD), Liberalen (L) und SD vorstellen könne.
Große Macht für Schwedendemokraten
Dies wäre erstmals eine schwedische Regierung mit den SD als vollwertigen Partnern, die seit 2022 die Minderheitsregierung nur duldend stützen. Kristersson versprach den Schwedendemokraten großen Einfluss und Schlüsselministerposten, vor allem in Migration und Integration.
Rechte und Konservative vor Mehrheit
Die aktuelle Minderheitsregierung basiert auf dem Tidö-Abkommen von 2022, das bis Ende Februar 2026 zu zwei Dritteln umgesetzt wurde – darunter strengere Einwanderungsregeln und höhere Rückkehrprämien bis 350.000 Schwedische Kronen. Neueste Umfragen aus Januar 2026 zeigen die Sozialdemokraten (S) vorne mit ca. 33 bis 35 Prozent, gefolgt von den Schwedendemokraten (20 bis 21 Prozent) und Moderaterna (18 Prozent) – eine rechte Koalition könnte also noch knapp an der Mehrheit scheitern.
Große Auswirkungen erwartet
Der Schritt markiert eine Weiter-Normalisierung der SD, die 2022 erstmals Zweitstärkste wurden und durch Duldung Einfluss auf Politik wie strengere Integration nahmen. Kristersson betonte, dass Migrationsthemen zentral bleiben. Die Wahl könnte Nato-Beitritt und Sicherheitsthemen prägen.

