Ein kritischer Journalist wurde in Hamburg eine Hausdurchsuchung ausgesetzt. Begründung: Eine Waffe, die gar nicht existiert.

21. Jänner 2026 / 11:13 Uhr

Fragwürdige Hausdurchsuchung bei Lars Winkelsdorf 

In der BRD werden die Grundrechte der Bürger mehr und mehr mit Füßen getreten. Ein besonders absurder Fall ereignete sich nun in der Hansestadt Hamburg. Dort hat die Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung bei dem Investigativ-Journalisten und Waffenrechtsexperten Lars Winkelsdorf durchgeführt.

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Erfundene Waffe als Durchsuchungsgrund

Grundlage der Aktion war der Verdacht auf illegalen Waffenbesitz. Seltsam an dem Fall ist, dass sich der Durchsuchungsbeschluss auf eine konkret benannte Waffe bezog, die nachweislich nie hergestellt wurde. Nach Darstellung Winkelsdorfs erschienen Anfang Januar mehrere Polizeibeamte an seiner Wohnadresse. Er sei für mehrere Stunden festgesetzt worden und habe sich zunächst weder ankleiden noch die Toilette aufsuchen dürfen. Das gesamte Haus sei durchsucht worden, einschließlich des Dachbodens.

Im Durchsuchungsbeschluss wurde eine “Sempert & Krieghoff, Modell 41” genannt. Eine Waffe dieses Herstellers mit dieser Bezeichnung existiert aber überhaupt nicht. Gleichwohl diente sie als konkreter Bezugspunkt für die Ermittlungen, was mehr als fragwürdig ist. Soll hier womöglich einfach nur ein kritischer Journalist mit einer Hausdurchsuchung eingeschüchtert werden?

Anwalt legt Beschwerde ein

Winkelsdorf hatte in den vergangenen Jahren mehrfach Missstände in der Hamburger Waffenbehörde thematisiert, unter anderem im Zusammenhang mit der Amoktat von Hamburg-Alsterdorf im März 2023. Eine interne Fachaufsichtsprüfung bestätigte später erhebliche Mängel in der Aktenführung. Der Bericht wurde als Verschlusssache eingestuft. Der Journalist sieht nun einen Zusammenhang zwischen seiner Berichterstattung und dem gegen ihn geführten Ermittlungsverfahren. Sein Anwalt Christian Teppe hat laut t-Online Beschwerde gegen die Hausdurchsuchung eingelegt und hält sie für rechtswidrig.

Winkelsdorf selbst kritisierte die Polizeiaktion auf X (vormals twitter) mit deutlichen Worten: “Wo Beweise von Behörden gefälscht werden, um morgens 6:30 Uhr ein Überfallskommando ins Haus zu schicken, da habe ich jetzt ehrlich Angst um meine Freiheit und mein Leben” Er fügte noch hinzu: “Hier wurden sämtliche Grenzen regelrecht aufgehoben”.

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