Studenten fordern „Willkommenskultur“ gern von „den anderen“ ein. An einem gescheiterten Amsterdamer Projekt erleben sie nun selbst, was die unkontrollierte Aufnahme Fremder bedeutet.

20. Jänner 2026 / 10:36 Uhr

Bestellt, geliefert: Studenten erleben am eigenen Leibe, was „Integration“ bedeutet

Es klang nach einem Musterbeispiel moderner, gelingender Integrationspolitik und sollte schlechte Erfahrungen und Vorurteile von Einwanderungs-Gegnern widerlegen. Es klang nach einem wunderschönen Märchen.

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In der Wirklichkeit aufgewacht

Junge, überwiegend linksliberale Studenten teilen sich ein Haus mit “Geflüchteten”, helfen beim Spracherwerb, beim Ankommen, beim Einstieg in die „offene Gesellschaft“, die sie selbst politisch lautstark einfordern.

Doch auch im Amsterdamer Wohnprojekt „Stek Oost“ im Stadtteil Watergraafsmeer ist diese Utopie gescheitert. Die Studenten bekamen unmittelbar zu spüren, was sie sonst gern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe von „den anderen“ fordern.

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Tür an Tür mit Afrika und Orient

In dem 2018 eröffneten Komplex lebten rund 125 Migranten Tür an Tür mit etwa 125 Studenten. Die Idee: Wer jung, weltoffen und integrationsbereit ist, sollte als sozialer Katalysator dienen: gemeinsames Wohnen statt anonymer Massenunterkünfte, Begegnung statt Distanz. Gelebte „Willkommenskultur“ also.

Sexuelle Übergriffe und Gewalt

Doch das Erwachen war bitter. Über Jahre hinweg häuften sich Berichte von sexueller Belästigung, Übergriffen und brutaler Gewalt. Studentinnen schilderten, wie sich die Atmosphäre im Haus zunehmend bedrohlich anfühlte, insbesondere in Gängen, Treppenhäusern und Gemeinschaftsräumen. Ein Student berichtet, er sei mit einem Küchenmesser eingeschüchtert worden.

Die Betreiberfirma Stadgenoot und die lokale Politik wurden immer wieder auf Probleme hingewiesen. Doch auch die Studenten erfuhren, was die restliche Bevölkerung regelmäßig erlebt: Schweigen, zögerliche, halbherzige oder gar keine Reaktion.

Vergewaltigung ohne Folgen

Etwa, als eine Studentin im Jahr 2019 die Folgen ihrer “Willkommenskultur” erleben musste, als sie von einem syrischen Bewohner vergewaltigt wurde. Sie hatte den Mann ursprünglich unterstützt, wollte ihm beim Niederländisch-Lernen helfen, folgte einer Einladung in sein Zimmer – und wurde dort zum Opfer.

Trotz ihrer Anzeige geschah zunächst nichts. Der Fall wurde wegen angeblich fehlender Beweise nicht weiterverfolgt. Erst als sich Hinweise auf wiederholtes Fehlverhalten verdichteten und weitere Frauen den Mann belasteten, griff die Justiz ein. 2024 wurde er schließlich wegen zweifacher Vergewaltigung zu drei Jahren Haft verurteilt.

Verdacht auf Gruppenvergewaltigung

Insgesamt sind den Behörden mindestens sieben Fälle sexueller Übergriffe in dem Komplex bekannt. Gleichzeitig wird in internen Kreisen von weiteren mutmaßlichen Taten gesprochen, darunter möglicherweise auch eine Gruppenvergewaltigung, von der die Betreiberfirma ausgeht. Die Polizei bestreitet, davon Kenntnis zu haben.

Die Bezirksvorsitzende von Amsterdam-Oost, Carolien de Heer, verweist auf juristische Hürden: Es sei schwierig, mutmaßliche Täter aus dem Wohnblock zu entfernen, solange keine rechtskräftigen Urteile vorlägen. Also müssen die Studenten die Medizin, die sie so gern den anderen verabreichen, weiterhin selbst schmecken.

Ende des “Flüchtlings”-Märchens

Die Betreiberfirma Stadgenoot sprach offen von Überforderung und davon, Verantwortung für die Sicherheit im Gebäude nicht mehr tragen zu wollen.

Schon 2023 wollte sie den Komplex schließen, stieß damit jedoch auf Widerstand der lokalen Behörden, die am Projekt festhalten wollten. Erst nach wachsender Kritik, Medienberichten und anhaltender Unsicherheit steht nun fest: Stek Oost wird nicht verlängert und soll spätestens 2028 geschlossen werden, wenn der Vertrag mit der Stadt ausläuft. Bis dahin dürfen die Studenten die “Integration” noch voll auskosten.

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