Die ehemalige SPÖ-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid wird – wie Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) am 17. Dezember bekanntgegeben hat – Geschäftsführerin der Bundestheater-Holding. Mitten in der Postenschacher-Affäre um ÖVP-Klubobmann August Wöginger sorgt die Bestellung für Unmut – bei Kulturschaffenden, aber auch in der ÖVP.
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SPÖ-Politiker in Findungskommission
In der Kritik steht vor allem die „Findungskommission“, die Hammerschmid aus 39 Bewerbern ausgesucht hat. In dieser Kommission saßen etwa SPÖ-Politiker und Bablers Sonder-Kulturberater Rudolf Scholten, aber auch die SPÖ-nahe ÖBB-Infrastruktur-Vorständin Silvia Angelo, die vor rund einem Jahr noch als SPÖ-Ministerin gehandelt wurde.
Keine Erfahrung im Theater
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Nun steht der Verdacht im Raum, dass die Genossen kräftig mitgeholfen haben, dass die frühere Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität zu diesem begehrten und lukrativen Posten im Kulturbereich gekommen ist. Schließlich kann man Sonja Hammerschmid bei bestem Willen nicht anheften, dass sie nationale und internationale Erfahrung mit Theater und Musiktheater hat. In der Ausschreibung wurde das aber explizit gefordert.
In der ÖVP rumort es
Hat es unter den anderen 38 Bewerbern keinen gegeben, der diesen Anforderungen entsprochen hat? Kultur-Kenner sprechen bei dieser Posten-Besetzung von einer „wahren Farce“, und in der ÖVP rumort es, weil die neuerliche Diskussion um den Verdacht des Postenschachers für sie zu einer Unzeit kommt. Steht doch genau deshalb ihr Klubobmann am 11. Februar vor Gericht.
Im “Postenschacher” weltmeisterlich
Wie berichtet, ist die Verlierer-Ampel beim “Postenschacher” geradezu weltmeisterlich. Ex-ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher wurde so Nationalbank-Gouverneur, Ex-ÖVP-Kanzler Karl Nehammer Bankdirektor in Luxemburg, Ex-ÖVP-Finanzminister Magnus Brunner EU-Kommissar, Ex-ÖVP-EU-Kommissar und Luxuspensionist Johannes Hahn bekam den Nebenjob als Präsident des Generalrats der Österreichischen Nationalbank und die Ex-ÖVP-Integrationsministerin Susanne Raab folgte mit 1. Jänner dem früheren ÖVP-Chef Michael Spindelegger als Generaldirektorin der Organisation ICMPD nach.
Lukrativer Job für Rendi-Wagner
Bei so viel schwarzer Übermacht in Top-Jobs wäre es ja durchaus verständlich, wenn die SPÖ jetzt nachziehen will. Denn über den letzten internationalen – wirklich sehr lukrativen – Posten durfte sich SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner freuen, als sie 2024 Direktorin des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm wurde.





