Obwohl Bulgarien keine funktionierende Regierung hat und viele Bulgaren die Euro-Einführung ablehnen, wurde mit heute, Neujahr, die ungeliebte Währung eingeführt.

1. Jänner 2026 / 10:05 Uhr

Euro um jeden Preis: EU-Länder erben Korruption und politische Instabilität

Es ist eine weitere „Erfolgsgeschichte“ der Europäischen Union, die einen Baustein zum fortschreitenden Niedergang setzt: Bulgarien führt den Euro ein. Für Brüssel ist es ein politisches Signal der Integration, für Sofia ein Schritt „ins Herz Europas“, für alle anderen Länder, insbesondere die Nettozahler, ein Risiko.

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Bulgarien ohne Bulgaren

Bulgarien hat aktuell etwa 6,4 bis 6,7 Millionen Einwohner, davon rund zehn Prozent Zigeuner. 1989 waren es noch rund 9,0 Millionen. Das entspricht einem Bevölkerungsrückgang von fast 30 Prozent innerhalb von gut drei Jahrzehnten, da viele, vor allem viele Zigeuner, in Westeuropa gelandet sind.

Die Korruption im Land ist groß, die Gehälter sind niedrig, das BIP pro Kopf liegt deutlich unter dem EU-Durchschnitt und bei der Schattenwirtschaft belegt Bulgarien den ersten Platz in der EU.

21. Mitgliedstaat dem Euroraum

Mehrere Regierungen scheiterten in kurzer Zeit, Massenproteste gegen Korruption prägen das Bild, Neuwahlen stehen immer wieder im Raum.

Trotzdem tritt Bulgarien mit heute, Donnerstag, als 21. Mitgliedstaat dem Euroraum bei. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach in Sofia von „erheblichen Vorteilen“ des Euro-Beitritts. Er bedeute einfacheren Handel, niedrigere Finanzierungskosten und mehr wirtschaftliche Sicherheit für Bulgarien.

Verschobene Euro-Einführung

Doch den Verheißungen aus Brüssel glaubt man auch am fernen Balkan nicht. Doch alle EU-Mitgliedstaaten mit Ausnahme Dänemarks müssen dem Euro-Währungsgebiet beitreten, sobald sie die Voraussetzungen erfüllen. Und so sollte Bulgarien bereits Anfang 2024 beitreten. Doch aus Sicht der EU-Kommission war das Kriterium der Preisstabilität bei der hohen Inflation nicht gegeben.

Chef sitzt jetzt in Brüssel

Mit dem Euro übernimmt Bulgarien automatisch die Geldpolitik der Europäische Zentralbank (EZB). Zinspolitik und Liquiditätsversorgung orientieren sich am gesamten Euroraum.

Je unterschiedlicher Wirtschaftsstruktur und Preisentwicklung, desto größer der Druck auf die EZB, politische Kompromisse zu suchen, was einer schleichenden Vergemeinschaftung von Risiken über geldpolitische Kanäle gleichkommt.

Proteste im Sommer

Im Sommer kam es in Bulgarien zu Massenprotesten gegen die Euro-Einführung. Die Demonstranten forderten, dass die Landeswährung Lew erhalten bleibe, da sie befürchteten, dass der Euro die Preise in die Höhe treiben werde.

Dem dürfte wohl auch so sein. Denn selbst Lagarde sagte nun, dass Preissteigerungen erfahrungsgemäß „moderat und nur von kurzer Dauer“ seien. Ein Versprechen, das sich auch in anderen Ländern nicht erfüllte.

Souveränitätsverlust und Staatsverschuldung

Doch nicht nur die persönlichen Schwierigkeiten, auch der drohende Souveränitätsverlust, den ausnahmslos alle EU-Mitgliedsstaaten erlitten, steht in der Kritik. Die Partei Wasraschdane mobilisierte daher gezielt gegen den Euro und forderte ein Referendum. Das Parlament lehnte eine Volksabstimmung jedoch mehrfach ab.

Und noch ein Damoklesschwert schwebt über Bulgarien: die Gefahr höherer Staatsverschuldung. Bulgarien gehörte Ende 2024 mit 24,1 Prozent Staatsschulden im Verhältnis zum BIP mit Estland (23,6) und Luxemburg (26,3) zu den am wenigsten verschuldeten Ländern der EU.

Kein Budget

Doch es gibt gar keine Regierung, die sich dieser Problemfelder annehmen könnte. Denn erst vor wenigen Wochen musste die prowestliche Regierung unter Ministerpräsident Rossen Scheljaskow zurückgetreten. Auslöser: Korruption. Unklar ist noch, ob und wann es Neuwahlen geben wird; es wäre die achte vorgezogene Neuwahl seit 2020 sein.

Und obwohl Bulgarien keine reguläre Regierung hat und ohne Budget für 2026 dasteht, tritt es heute dem Euroraum bei. Und Brüssel und seine abhängigen Anhänger feiern, aber eben nur Brüssel.

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