In einem Interview mit der Tageszeitung Heute geht Bundesheer-Oberst und Analyst Markus Reisner hart ins Gericht mit der EU, die aus seiner Sicht „höchst unmoralisch“ agiere. Das Elend werde von Woche zu Woche, Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr verlängert. Und es würden zehntausende, hunderttausende Menschen für einen sehr ungewissen Ausgang sterben.
Vorhandene Optionen ausloten
Die Ukraine wehre sich zwar tapfer, habe aber auf Dauer keine Chance gegen die fortgesetzten russischen Angriffe, die derzeit die Städte Pokrowsk und Myrnohrad dem Erdboden gleichmachen und die letzten ukrainischen Verteidiger vertreiben oder töten. Die Ukraine müsse nun versuchen, die noch vorhandenen Optionen auszuloten.
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Weitere InformationenUkraine vor Schicksals-Entscheidung
Die besten Optionen habe die Ukraine aber bereits verspielt. Die habe es im ersten Kriegsjahr 2022 nach der erfolgreichen Gegenoffensive gegeben. Die Russen wären damals geschwächt gewesen, die Unterstützung Chinas noch nicht so ausgeprägt. Jetzt aber habe sich das Blatt gewendet – und zwar zugunsten der Russen. Die Ukraine stehe vor einer Schicksals-Entscheidung:Â
Sie muss entscheiden, ob sie riskieren soll, weiterzukämpfen, oder ob sie möglicherweise dann vor der Gesamtvernichtung steht – zumindest im Sinne davon, ob der Osten komplett abgetrennt wird.
Ohne Frieden droht Land völlige Zerstörung
Reisner ist überzeugt, dass sich Kiew inzwischen auf Gebietsverluste einlassen werden müsse, um Frieden schließen zu können. Seine nüchterne Analyse:Â
Wenn ein Verteidiger es nicht schafft, sich gegen einen Aggressor zur Wehr zu setzen und die engsten Verbündeten ihn nicht mehr unterstützen, weil sie nicht wollen (USA) oder nicht dazu in der Lage sind (EU), muss er dann zähneknirschend aber doch einen Frieden schließen, um zu vermeiden, dass das Land völlig zerstört wird.
