Beate Meinl-Reisinger, Michael Fleischhacker und Richard David Precht

Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, Moderator Michael Fleischhacker und Philosoph Richard David Precht diskutierten auf Servus TV über Frieden für die Ukraine.

28. November 2025 / 08:35 Uhr

Warum soll Russland Österreich angreifen, Frau Meinl-Reisinger?

Auf eine ungleiche Fernseh-Diskussion mit dem Philosophen Richard David Precht hat sich Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger gestern, Donnerstag, auf ServusTV eingelassen. Dazu gehört Mut. Aber der reichte nicht, um gegen Precht bestehen zu können.

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Moderator verärgert über ausweichende Antworten

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Als Zuschauer hatte man den Eindruck, Meinl-Reisinger versuchte in dem Gespräch mit dem Titel „Ukraine: Jetzt doch Frieden schaffen ohne Waffen?“ in der Sendung „Talk im Hangar-7“ haarigen Situationen mit einem peinlichen Lächeln zu entfliehen. Und das war oft der Fall – etwa, als Moderator Michael Fleischhacker fragte:

Warum ist es eine realistische Bedrohung, dass Russland einen NATO-Staat, Europa oder Österreich angreifen soll?

Als dann die Neos-Außenministerin ausweichend über notwendige Maßnahmen für eine Verteidigung Europas sprach, unterbrach sie Fleischhacker:

Es war eine ganz konkrete Frage.

Neuerlich wiederholte Meinl-Reisinger ihren Stehsatz, dass zur Verteidigung Europas ein Aufrüsten notwendig sei.

Europa schürt Illusionen

Precht erklärte Meinl-Reisinger, dass Europa Illusionen schüre, indem man den Menschen sagt, dass die Ukraine den Krieg gewinnen könne. Habe man zwei schlechte Möglichkeiten, müsse man das kleinere Übel wählen. Precht meinte damit, dass die EU Gebietsabtretungen der Ukraine in Kauf nehmen müsse, anstatt weiterhin für einen Krieg zu sein, in dem weiterhin zahllose Soldaten und Zivilisten sterben.

Position der Ukraine geschwächt

Der Philosoph warf der EU vor, die Position der Ukraine selbst geschwächt zu haben. So hätten EU-Regierungschefs, allen voran der damalige britische Premierminister Boris Johnson, bei Verhandlungen in Istanbul die Ukraine gedrängt, den Friedensvertrag nicht zu unterschreiben. Nach diesem Vertrag – so Precht – wären die heute von Russland besetzten Gebiete der Ukraine als Autonomie-Regionen erhalten geblieben. Man müsse erkennen, dass der EU-Plan gescheitert sei. Doch anstatt das einzusehen, brächten die EU-Staaten die Ukraine in eine immer schlechtere Ausgangsposition bei Friedensverhandlungen.

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