Walter Rosenkranz

In seiner Eröffnungsrede sprach Nationalratspräsident Rosenkranz über seinen Eindruck, dass sich in der Gedenkkultur auch eine “Erregungs-, Skandalisierungs- und Verleumdungsunkultur” eingeschlichen habe.

12. November 2025 / 14:08 Uhr

Hat Ex-Nationalratspräsident Fischer einem Nazi eine Gedenktafel am Parlament gewidmet?

Das Dinghofer-Symposium gibt es bereits seit 15 Jahren im Parlament, aber so ein großes Medien-Interesse wie gestern, Dienstag, hat es noch nie gegeben. Der Grund: Weil zwei wohl nicht ganz parteifreie Historiker den Namensgeber des Symposiums als Nationalsozialisten verunglimpften, wollten einige System-Medien damit dem freiheitlichen Nationalratspräsidenten Walter Rosenkranz eines auswischen.

“Erregungs-, Skandalisierungs- und Verleumdungs-Unkultur”

Doch Rosenkranz führte die Vertreter der Mainstream-Medien elegant vor und wies sie auf eine Gedenktafel am Parlament hin, die den damaligen Präsidenten der provisorischen Nationalversammlung von 1918 gewidmet sei – Karl Seitz, Jodok Fink und eben Franz Dinghofer. Die Tafel sei 1994 vom damaligen Nationalratspräsidenten Heinz Fischer (SPÖ) enthüllt worden. Gedenkkultur sei wichtig, betonte Rosenkranz, der auf Kritik am Symposium einging: In letzter Zeit gewinne er jedoch den Eindruck, dass sich auch eine “Erregungs-, Skandalisierungs- und Verleumdungs-Unkultur” einschleiche.

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Bedeutender Politiker

Martin Graf, freiheitlicher Nationalratsabgeordneter und Präsident des Dinghofer-Instituts, erklärte in seiner Begrüßung, Dinghofer sei ein bedeutender Politiker in der Zeit der “Republikwerdung” gewesen, in den Geschichtsbüchern sei aber wenig bis gar nichts über ihn zu lesen. Das Dinghofer-Institut habe es sich daher zur Aufgabe gemacht, Dinghofer und anderen zu jenem Stellenwert zu verhelfen, den diese Politiker verdienen würden.

Von den Nazis enteignet

Von Dinghofer werde tendenziös ein falsches Bild als Nationalsozialist und Antisemit gezeichnet, das nicht zutreffe. Dinghofer sei zwar für den Anschluss an Deutschland gestanden, dieser Trend sei damals aber keiner einzelnen Person anzulasten – sondern die Verantwortung trage das damalige gesamte politische Establishment. Dass Dinghofer 1938 seinen Posten als Oberster Richter räumen musste und eine große Liegenschaft in seinem Besitz von den Nationalsozialisten enteignet worden sei, werde von Kritikern nicht erwähnt. Dinghofer sei jemand gewesen, den man als Typus der politischen Mitte zu bezeichnen pflege und der ausgleichend gewirkt habe, so Graf. Das Dinghofer-Institut weise die Diffamierungen des politischen Erbes Dinghofers jedenfalls deutlich zurück.

Historische Wahrheit in unverfrorener Weise korrumpiert

J. Michael Rainer, emeritierter Universitätsprofessor der Universität Salzburg, der einen Vortrag über Freiheit von der Antike bis heute machte, zeigte sich besonders wütend über den Versuch, Dinghofer zu verunglimpfen. Er lasse es “nicht auf sich sitzen”, dass die historische Wahrheit in “derart unverfrorener Weise korrumpiert” werde, indem Medien berichten würden, dass heute hier ein “Nazi” geehrt werde. Erschüttert sei er über die Zerrissenheit, dass es nicht möglich sei, künftigen Generationen ein gesichertes Bild über die Republik zu geben. Er regte an, eine Historikerkommission zu begründen, damit es nicht mehr vorkomme, dass ein ehrbarer Bürger, Beamter und Politiker dem Nationalsozialismus zugeordnet werde.

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