Christian Pilnacek

Der Kriminalfall um den verstorbenen Sektionsleiter im Justizministerium, Christian Pilnacek, wird durch ein neues rechtsmedizinisches Gutachten noch mysteriöser.

11. September 2025 / 22:06 Uhr

Keine Spuren von Ertrinken: Geheimes Pilnacek-Gutachten wirft neue Fragen auf

Die Causa Christian Pilnacek ist um eine Facette reicher: Ein brisantes Gutachten zum Tod des ehemaligen Justiz-Sektionschefs sorgt für Schlagzeilen. Das bisher geheime Dokument stammt von Michael Tsokos, dem renommierten ehemaligen Leiter der Rechtsmedizin an der Berliner Charité, und widerspricht der offiziellen Version des mysteriösen Todesfalls. Teilweise veröffentlicht wurde das bisher unter Verschluss gehaltene Gutachten von ZackZack.at.

Abwehrverletzungen statt Spuren von Ertrinken

Für ein Ertrinken gebe es praktisch keine Spuren, so das Gutachten: Es lägen keinerlei wirklich überzeugende Obduktionsbefunde vor, im Gegenteil, die für ein Ertrinken typischen Befunde würden fast gänzlich fehlen, wird das Gutachten von ZackZack.at zitiert. Stattdessen weist man auf Verletzungen am Kopf und in der Halsmuskulatur hin, stumpfe Gewalt ließe sich daraus schließen. Auch Abwehrverletzungen an Hand und Unterarm sprechen dafür, dass Pilnacek möglicherweise angegriffen wurde:

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(…) die im Obduktionsprotokoll näher beschriebenen Verletzungen am Kopf (Stirn/Augenbraue) rechtsseitig und in der Halsmuskulatur linksseitig als Folge stumpfer äußerer Gewalt, sehr wahrscheinlich durch Schläge, zu interpretieren.

Fremdeinwirkung nicht ausgeschlossen

Die Zweifel an der ursprünglichen Obduktion Pilnaceks werden damit noch größer: Die Aussage, dass „eindeutige Hinweise auf Gewalteinwirkung“ fehlen, hält Tsokos für eine grobe Fehleinschätzung:

Die Feststellung im Obduktionsgutachten von Dr. M. “Eindeutige Hinweise auf eine Gewalteinwirkung ergaben sich nicht”, bedeutet nicht, dass rechtsmedizinisch eine Fremdeinwirkung ausgeschlossen wurde und kann aus Sicht des Unterzeichnenden nicht als Freibrief zur Einstellung weiterer Ermittlungen durch die zuständigen Ermittlungsbehörden genutzt werden.

Krems wurde der Fall entzogen

Wie berichtet, hatte die Oberstaatsanwaltschaft Wien erst vor wenigen Tagen der wegen ihrer zurückhaltenden Ermittlungsarbeit in der Kritik stehenden Kremser Staatsanwaltschaft den Fall entzogen und der Staatsanwaltschaft Eisenstadt übergeben.

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