Seit der Flüchtlingskrise 2015 steht Österreich im europäischen Vergleich weiterhin ganz vorne, wenn es um die Aufnahme anerkannter Flüchtlinge geht. In den vergangenen zehn Jahren erhielten hierzulande über 175.000 Menschen einen positiven Asylbescheid – gemessen an der Bevölkerungszahl mehr als in jedem anderen EU-Mitgliedstaat.
Österreich hat pro Kopf am meisten Flüchtlinge
Laut aktuellen Zahlen verzeichnet Österreich 1.899 anerkannte Asylanten pro 100.000 Einwohner. Das ist sogar mehr als Deutschland (1.799 pro 100.000), Griechenland (1.744 pro 100.000), Schweden (1.570 pro 100.000) und Zypern (1.328 pro 100.000). Am unteren Ende der Skala stehen wie erwartet migrationskritische Staaten wie Ungarn (29), Tschechien (23) und Kroatien (19) pro 100.000 Einwohner – illegale Migranten sind hier weiterhin unterwünscht.
Reformen bleiben aus
Trotz aller dramatischen Entwicklungen gibt bis heute keine umfassende Reform der europäischen Asylpolitik. Besonders die unter den Migrationswellen am meisten leidenden Staaten fordern seit Jahren eine gerechtere Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU, bislang ohne Ergebnis.
Die EU-Kommission verspricht, dass der geplante EU-Migrationspakt, der im kommenden Jahr in Kraft treten soll, für Entlastungen sorgen wird. Dabei geht eine gerechtere Verteilung von Migranten sowie verbindliche “Solidaritätsmechanismen” für alle Mitgliedsstaaten.