Der geplante Auftritt der nordirischen Rap-Gruppe „Kneecap“ im Wiener Gasometer sorgt derzeit für erhebliche politische Spannungen. Die Band aus Belfast ist bekannt für brisante politische Aussagen, auch ihre anti-israelische Haltung sorgt immer wieder für Ärger. Während die Veranstalter ein stark nachgefragtes Event bewerben, fordert die FPÖ Wien die Absage des Konzerts – und kündigte rechtliche Schritte an.
Kneecap: provokante Texte und kontroverse Positionen
Am 1. September 2025 soll „Kneecap“ in Wien auftreten. Der Veranstalter wirbt mit einem „politisch engagierten“ Konzert, das bereits im Vorfeld auf reges Interesse gestoßen sei. Allerdings ist „Kneecap“ schon lange bekannt für ihre politischen Positionen: Irischer Nationalismus trifft dort auf gesellschaftskritische Texte und so manche Provokation.
FPÖ-Lugner für Auftrittsverbot
Besonders in den anti-israelischen Aussagen der Band sieht man bei der FPÖ eine Verherrlichung von Gewalt und eine Nähe zur radikalislamischen Terrororganisation Hamas. Besonders wenig Freude damit hat der freiheitliche Wiener Gemeinderatsabgeordnete Leo Lugner: Wer Terrorismus feiere und unterstütze, überschreite jede rote Linie, ließ er in einer Presseaussendung mitteilen. Das habe nichts mit Kunst- oder Meinungsfreiheit zu tun, findet Lugner. Er kündigte eine Anzeige nach § 282a Strafgesetzbuch („Gutheißung terroristischer Straftaten“) gegen die Band und den Betreiber der Konzerthalle an und fordert drastische Konsequenzen:
Ich fordere die zuständige Behörde sowie die Polizei auf, unverzüglich ein Veranstaltungsverbot auszusprechen. Gleichzeitig muss das Gasometer hinsichtlich aller öffentlichen Fördermittel auf den Prüfstand. Wenn dort Auftritte von Terror-Sympathisanten stattfinden, darf kein einziger Cent Steuergeld fließen.
Ermittlungen und Einreiseverbote
Auftrittsverbote sind für die umstrittenen „Kneecap“-Musiker nichts Neues: Als Reaktion auf Slogans wie „Fuck Israel“ wurden der Band bereits Auftritte bei großen Veranstaltungen wie dem deutschen „Hurricane“ und „Southside“ untersagt. Auch das ungarische „Sziget-Festival“ wollte die Gruppe nicht dabei haben, die ungarischen Behörden verweigerten dem Trio sogar die Einreise.
Neben dem Gasometer-Konzert war auch eine Filmvorführung über „Kneecap“ im Rahmen des „Wiedner Kultursommers“ geplant. Das Wiener „Volxkino“ sagte diese jedoch kurzfristig ab, bisher ohne konkrete Begründung.