Ein österreichischer Spitzendiplomat, der in einem EU-Land als Botschafter tätig war, ist in einen besonders unappetitlichen Skandal verwickelt. Medienberichten zufolge betrieb der ÖVP-nahe Botschafter einen sadomasochistischen Blog im Internet. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe trat er zurück. Inzwischen soll er wieder in der Zentrale in Wien arbeiten.
Hochrangiger Beamter trat zurück
Der Mann hatte am Montag um seine Abberufung gebeten. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) akzeptierte diese umgehend. Offiziell wurden „persönliche Gründe“ genannt, doch Hintergrund des Rücktritts sind schwerwiegende Enthüllungen der Plattform Fass ohne Boden.
Beamter betrieb Porno-Blog
Er soll einen Blog mit Inhalten aus dem sadomasochistischen Bereich betrieben haben. Dabei sollen unter anderem Frauen als „Fleisch“ bezeichnet worden sein – für die Feministin Meinl-Reisinger wohl alles andere als angenehm. Auf der Seite ging es um Gewalt, Erniedrigung und psychische Kontrolle. In diplomatischen Kreisen soll der Sex-Blog des Mannes schon länger bekannt gewesen sein, allerdings gab es bisher keine Konsequenzen ihn. “Ein weiterer Hinweis auf ein tiefsitzendes Problem in der Fehlerkultur und Kontrollstruktur des Außenministeriums” findet Fass ohne Boden.
FPÖ-Fürst für volle Aufklärung
Die freiheitliche Klubobmann-Stellvertreterin Susanne Fürst fordert Transparenz: „Die Öffentlichkeit hat volle Aufklärung verdient.“ Sie kündigte eine parlamentarische Anfrage an und zeigte sich empört über die Nähe des Mannes zur ÖVP: Er sei “eine Größe innerhalb der ÖVP-Familie“. Sie kritisierte die Auswahl solcher Personen für höchste Staatsämter und sprach von einem sicherheitspolitischen Risiko:
Es ist mir unerklärlich, wie jemand mit einer derartigen Einstellung Karriere machen kann, die ihn in die mächtigsten Jobs des Landes führen. Die Personalauswahl der ÖVP war auch schon einmal besser.