Polizei

Die kommende Pensionswelle wird laut Gewerkschafter die Polizei die nächsten zwei Jahre stark treffen. Dennoch streicht ÖVP-Innenminister Gerhard Karner 400 Ausbildungsplätze für Polizeischüler.

27. Juli 2025 / 09:36 Uhr

Der rote Stift des ÖVP-Innenministers trifft Polizei-Ausbildungsplätze

Kriminalität und Terrorgefahr nehmen zu, trotzdem trifft der Sparstift von ÖVP-Innenminister Gerhard Karner die Ausbildungsplätze der Polizei. Von rund 700 geplanten Kursplätzen für den Herbst 2025 werden für die Bundesländer Vorarlberg, Oberösterreich und Wien knapp unter 300 besetzt sein. Unter einem Innenminister Herbert Kickl hätte es nie eine Streichung von 400 Plätzen für Polizeischüler gegeben. Während seiner Amtszeit von 2017 bis 2019 schaffte er es, einen noch nie dagewesenen Rekord an Polizeibewerbern zu verzeichnen. Außerdem wurde keine einzige Polizeistation geschlossen.

Wer ersetzt die pensionierten Polizisten?

Für die österreichische Polizei wurde es in den vergangenen Jahren immer schwieriger, die durch Pensionierungen frei gewordenen Posten nachzubesetzen. Die Beamten werden zu immer mehr Überstunden verpflichtet. Der Personalmangel bei der Polizei macht sich durch Schließung von Planstellen, aber auch durch die verkürzten Öffnungszeiten der Polizeiwachen, bemerkbar.

Dass der Polizeiberuf kein einfacher ist, war den rund 700 Polizeianwärtern mehr als klar. Schlussendlich werden nur 300 von ihnen die Möglichkeit haben, das begonnene Aufnahmeverfahren abzuschließen und im Herbst mit der Polizeischule zu beginnen. Polizeigewerkschafter wie Franz Rauter warnen vor den Folgen der Kürzungen von Ausbildungsplätzen. Der Kronen Zeitung gegenüber kommentierte er die Lage wie folgt:

In spätestens zwei Jahren fällt uns die Streichung aufgrund der Pensionierungen auf den Kopf!

ÖVP-Innenminister spielt mit unserer Sicherheit

Angesichts der Ereignisse wie dem Terorakt in Villach und den täglichen Messerstechereien in Wien wird der Ruf der Bevölkerung nach mehr Polizei immer lauter. Wie die Streichung der Ausbildungsplätze für Polizeischüler zeigt, wird der Innenminister diesem Ruf nicht nachkommen. Was das für Österreichs Sicherheit bedeuten wird, kann aus Beispielen von US-amerikanischen Städten wie New York und Austin hergeleitet werden.

Anstieg von Mord-Rate

In beiden Städten fanden 2020 Budget-Kürzungen für die Polizei statt und damit die Verringerung der Polizeipräsenz. Diese hatte für New York einen Anstieg der Mord-Rate um 50 Prozent zur Folge. Beide Städte hatten eine Zunahme der Reaktionszeit von Polizisten zu verzeichnen. Damit nahm die Aufklärungsrate für Verbrechen deutlich ab. Ob den Städten Österreichs durch die Sparmaßnahmen des Innenministers Gerhard Karner das gleiche Schicksal droht wie den beiden amerikanischen Metropolen? Das wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

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