Die Kronen Zeitung will sich offenbar nicht mehr der Realität verschließen und greift die Russland-Sanktionen der EU scharf an. Wird die Zeitung – wie FPÖ-Chef Herbert Kickl, der seit Beginn Kritik übt – nun auch als „Putin-Versteher“ diffamiert?
Massive Auswirkungen auf Zivilbevölkerung
Die EU-Kommission hat gestern, Freitag, nachdem auch – wie berichtet – die Slowakei und Malta ihren Widerstand aufgegeben hatten – das 18. Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Heute, Samstag, bezeichnet Krone-Kolumnist Christian Hauenstein diese als „problematisch“. Wenn Staaten oder Staatengemeinschaften sich nicht zu helfen wüssten, würden sie Sanktionen verhängen – genützt hätten solche Sanktionen bisher nie, schlimmstenfalls hätten sie massive Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung, die wahren Zielpersonen könnten sich zumeist helfen, schreibt Hauenstein in seiner Glosse.
“Knieschuss-Sanktionen”
Damit sagt er nichts anderes, als FPÖ-Chef Herbert Kickl, der die Maßnahmen der EU stets als „Knieschuss-Sanktionen“ bezeichnete. Man würde sich ins eigenen Knie schießen, weil die eigenen Lebensbedingungen verschlechtert würden.
Keinen Einfluss auf Putins Kriegsführung
Hauenstein von der Kronen Zeitung ist offenbar der gleichen Meinung: Die Russland-Sanktionen würden nicht die geringsten Auswirkungen auf Putins Kriegsführung haben, dafür hätten die Bürger in der EU mit hohen Energiepreisen und Inflation zu kämpfen. Das hielte Europa aber nicht von weiteren Sanktions-Plänen ab.
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Mehr InformationenMeinl-Reisinger jubelt über “schärfstes EU-Sanktionspaket”
Während der Krone-Redakteur der Realität ins Auge sieht, freut sich Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger auf dem Kurznachrichtendienst X über die EU-Entscheidung:
Wir sind uns einig! Der nächste, schärfste EU-Sanktionenpaket gegen Russland kommt. Damit schneiden wir den Kreml von wichtigen Einnahmen ab, treffen den Finanzsektor und zeigen auch Stärke gegenüber denen, die Russland weiter in der Kriegsindustrie subventionieren. Es ist hoch an der Zeit, dass Putin diesen fürchterlichen Krieg beendet und die Menschen in der Ukraine wieder in Frieden und Sicherheit leben können!
Am Ende ihrer Jubelmeldung finden sich eine ukrainische und eine österreichische Fahne, wohl als Symbol dafür, auf welcher Seite die Bundesregierung, die eigentlich neutral sein sollte, steht.