Der Umbenennungswahn in Berlin nimmt immer absurdere Formen an. Zuletzt traf es die Mohrenstraße (Unzensuriert berichtete). Inzwischen ist die Situation offenbar so schlimm, dass selbst linke Autoren anfangen sich zu beschweren.
Linker Protest gegen Umbenennungen
So schrieb der Journalist und Wissenschaftsredakteur Thorsten Harmsen in der linken Berliner Zeitung über den Umbenennungswahn: “Lasst die Umbenennerei! Straßennamen sollen kein ideologisches Kampffeld sein”. Zunächst schrieb er ein paar einleitende Worte zur Umbenennung der Mohrenstraße, über deren Umbenennung er offenbar auch alles andere als begeistert ist. Dann merkte er an, dass die Berliner CDU den U-Bahnhof Magdalenenstraße in „Campus für Demokratie“ umbenennen möchte. Die Berliner Verkerhsbetriebe sagen, das würde wegen der Anpassung aller Pläne und Infos bis zu 300.000 Euro kosten.
“Lasst die ganze Umbenennerei!”
Zur Erinnerung: Das kommt von eben der Partei, die im Wahlkampf als angeblich rechte Partei angetreten war. Dort werden so nebenbei Kosten von ungefähr 300.000 Euro verursacht und das nur für linke Symbolpolitik. Grund genug für Harmsen zu fordern: “Lasst die ganze Umbenennerei! Namen sind am beständigsten, wenn sie keinen politischen oder ideologischen Bezug haben – und auch nicht allzu kompliziert sind. Warum muss jede Gruppe ihre Bekenntnisse in Straßennamen verewigen?” Wenn selbst ein politisch links stehender Autor die Nase voll von den zahlreichen Straßenumbenennungen in Berlin hat, muss es wirklich übel sein.
Anzahl der Umbenennungen unbekannt
Wie weit genau der Umbenennungswahn in Berlin geht, ist kaum zu ermitteln. Der Tagesspiegel spricht von mehr als einem Dutzend betroffenen Straßen. Der rbb listet etwa 40 Straßen auf, bei denen es Pläne gibt. Es passt leider sehr gut zu den Zuständen in der BRD-Hauptstadt, dass nicht einmal genau bekannt ist, was dort in Sachen Straßenumbenennungen eigentlich vorgeht. Bekanntlich nicht das Einzige, was in Berlin nicht funktioniert.