Zwei zwölfjährige Klassenkameraden werden am Franz-Josefs-Bahnhof in Wien von einem 14-jährigen Intensivtäter syrischer Herkunft bedroht, bedrängt und ausgeraubt. Der Täter ist amtsbekannt. Das Gericht ließ bisher Milde walten.
Polizeiliche Aussage
Unter Beisein seiner Eltern sagte Karl Stefan S. am 2. Juni 2025 in der Dienststelle der Landespolizeidirektion Wien in der Kopernikusgasse 1 aus, dass sich am 29. Mai Folgendes zugetragen hat: Mit seinem Freund Hieronymus habe er einen Film um 18 Uhr in der Millennium City besucht, danach wären sie mit der Straßenbahnlinie 33 zum Franz-Josefs-Bahnhof gefahren, und haben sich beim Billa noch einen Snack besorgt.
Danach aber, und zitieren wir Karl wörtlich: „Da ist der Dieb zu Hieronymus gekommen und hat seinen Arm um seine Schultern gelegt und sagte zu uns, wir sollen mitkommen. Hieronymus hat mir davor erzählt, dass er ein paar Tage davor auch beim Franz-Josefs-Bahnhof war und dort auf eine größere Gruppe gestoßen sei. Da wäre auch der Dieb dabei gewesen”.
Der Dieb deutet an, dass er ein Messer einstecken hat
Mohammadi F. (mit dem zweifelhaften Geburtsdatum 1.1.2011, für ihn gilt die Unschuldsvermutung) soll die beiden – mit Gewalt – in die Stroheckgasse zu einem eingerüsteten Gebäude gezwungen, dort Geld verlangt haben. 1,20 Euro in Münzen, so viel hatte Karl dabei, er hat es dem Syrer gegeben. In einen Hauseingang gedrängt, verlangt der mutmaßliche Täter nun nach Karls Handy. In der Handy-Hülle waren 14 Euro, die nimmt er gleich heraus, Karl muss sein Smartphone entsperren, der Syrer schaut sich die Oberfläche an – das Handy ist ihm zu minder, er gibt es zurück.
Selbiges Vorgehen bei Hieronymus. Der mutmaßliche Täter: „Willst du Stress? Soll ich dich schlagen?“ In Karls eigenen Worten: „Auch hat der Dieb immer in seine vordere Hosentasche gegriffen: Für mich hat es so ausgesehen, als würde der Dieb damit zeigen wollen, dass er vielleicht ein Messer einstecken hat.“
Geld eingesackelt, alles andere war ihm zu minder
Auch nach der Kleidung des zwölfjährigen Pfadfinders Karl soll sich Mohammadi F. erkundigt haben, da ihm diese aber (keine Markenware) zu minder gewesen wäre, habe er sich mit dem Geld zufrieden gegeben – und in Richtung Franz-Josefs-Bahnhof geflüchtet sein.
Allerdings: Hieronymus’ Handy war dem Syrer nicht zu minder – und so konnte die mittlerweile verständigte Polizei den Verbrecher mittels Ortung ausfindig machen.
Ein beachtliches Vorstrafenregister
In der polizeilichen Einvernahme erkannte Karl den Täter wieder, dieser wurde dann am Bahnhof Heiligenstadt angehalten.
Eine Akteneinsicht zeigt, dass Mohammadi F. ein beachtliches Arsenal an Vergehen (im Gesamtakt: 434 Seiten) vorzuweisen hat. Laut Strafregisterauszug gehen mehr als 40 (!) Straftaten auf das Konto von ihm. Hier ein paar Auszüge: Abbuchungen I-Tunes für Games; gesperrte Debit-Karte; gesperrte Kreditkarte; Abbuchungen zweier Bankomatkarten; Anzeigenbestätigung Wiener Lokalbahnen; Beschädigung Windschutzscheibe und Armaturenbrett und so weiter.
Im März dieses Jahres wurde der Intensivtäter zu zwölf Monaten Maßnahmenvollzug verurteilt, bedingt, drei Jahre Bewährungszeit. Diese Chance hat der Syrer ganz offensichtlich vorübergehen lassen. Man wird jetzt sehen, ob die Justiz auch weiterhin Milde walten lassen wird.
Von Rudolf Preyer